Die Hal­tung eines ein­zel­nen Esels

Die völ­li­ge Ein­zel­hal­tung eines Esels ist tier­schutz­wid­rig. Ein Esel braucht Gesell­schaft.

Die Hal­tung eines ein­zel­nen Esels

Mit die­ser Begrün­dug hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Esel­hal­ters abge­wie­sen, der sich damit gegen eine Anord­nung gewehrt hat, sei­nen Esel zu ver­ge­sell­schaf­ten. Der Klä­ger ist seit meh­re­ren Jah­ren Hal­ter eines Esel­hengs­tes. Nach meh­re­ren durch­ge­führ­ten Kon­trol­len stell­te der Vete­ri­när des beklag­ten Land­krei­ses fest, dass der Esel allei­ne gehal­ten wur­de, und ord­ne­te an, die­sen zu ver­ge­sell­schaf­ten und den Eseln eine 500 m² gro­ße Wei­de zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Trier sei­en Tie­re nach den tier­schutz­recht­li­chen Vor­schrif­ten ange­mes­sen unter­zu­brin­gen. Durch die Ein­zel­hal­tung schrän­ke der Klä­ger das Bedürf­nis des Esels nach sozia­lem Kon­takt unan­ge­mes­sen ein. In Über­ein­stim­mung mit den Aus­sa­gen in den Emp­feh­lun­gen eines Gut­ach­tens des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft und des Deut­schen Tier­schutz­bun­des habe der Amts­tier­arzt, der selbst über Erfah­run­gen mit der Hal­tung von Eseln ver­fü­ge, aus­ge­führt, man sei nur des­halb ein­ge­schrit­ten, weil der Esel bereits Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten gezeigt habe. Die­ser sei ver­ängs­tigt und über­mä­ßig scheu gewe­sen, was auf die Hal­tungs­be­din­gun­gen zurück­zu­füh­ren sei.

Wei­ter führ­te das Ver­wal­tungs­ge­richt aus, es sei auch nicht davon aus­zu­ge­hen, dass ein Esel­hengst nach meh­re­ren Jah­ren Ein­zel­hal­tung nicht mehr ver­ge­sell­schaf­tet wer­den kön­ne. Zwar sei­en die­se nach den vor­lie­gen­den Erkennt­nis­sen sehr wehr­haft und dul­de­ten kei­ne Riva­len im Revier. Eine völ­li­ge Ein­zel­hal­tung sei jedoch tier­schutz­wid­rig. Nach Aus­füh­rung des Amts­arz­tes kön­ne dem natür­li­chen Aggres­si­ons­po­ten­ti­al durch geeig­ne­te Maß­nah­men begeg­net wer­den. Auch bestehe die Mög­lich­keit, durch Kas­tra­ti­on des Hengs­tes eine erhöh­te Sozi­al­ver­träg­lich­keit her­bei­zu­füh­ren.

Die wei­ter­ge­hen­de Anord­nung, den Tie­ren 500 m² Wei­de zur Ver­fü­gung zu stel­len, so das Ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter, sei jedoch nicht zwin­gend vor­ge­ge­ben und kön­ne daher nicht auf­recht­erhal­ten blei­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urteil vom 16. Juni 2014 – 6 K 1531/​13.TR