Die Lebens­um­stän­de der Trau­er­see­schwal­be

Auch wenn sich seit Inkraft­tre­ten des Umwelt­scha­dens­ge­set­zes die Lebens­um­stän­de der Trau­er­see­schwal­be auf Eider­stedt wei­ter ver­schlech­tert haben, liegt kein Ver­schul­den des Deich- und Haupt­siel­ver­ban­des Eider­stedt vor, so dass weder der Kreis Nord­fries­land noch der Deich- und Haupt­siel­ver­band zum Tätig­wer­den ver­pflich­tet wer­den kann.

Die Lebens­um­stän­de der Trau­er­see­schwal­be

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge des Natur­schutz­bun­des Deutsch­land (NABU) gegen den Kreis Nord­fries­land betref­fend den Trau­er­see­schwal­ben­be­stand auf Eider­stedt abge­wie­sen. Ziel des NABU war es, den Kreis Nord­fries­land als Unte­re Natur­schutz­be­hör­de zu ver­pflich­ten, dem Deich- und Haupt­siel­ver­band Eider­stedt Maß­nah­men auf­zu­ge­ben, mit dem die Lebens­be­din­gun­gen der bedroh­ten Vogel­art „Trau­er­see­schwal­be“ (wie­der) ver­bes­sert wer­den kön­nen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Schles­wig sei­en zwar durch­aus kei­ne güns­ti­gen Lebens­um­stän­de für die Trau­er­see­schwal­be auf Eider­stedt vor­han­den und dies stel­le auch wohl einen Scha­den im Sin­ne des Umwelt­scha­dens­ge­set­zes dar. Selbst wenn sich jedoch der Zustand seit Inkraft­tre­ten des Umwelt­scha­dens­ge­set­zes im Jah­re 2007 wei­ter ver­schlech­tert habe, habe das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht fest­stel­len kön­nen, dass dies vom Deich- und Haupt­siel­ver­band Eider­stedt schuld­haft ver­ur­sacht wor­den sei. Mit­hin tref­fe weder den Kreis Nord­fries­land noch den Deich- und Haupt­siel­ver­band eine ein­klag­ba­re Ver­pflich­tung zum Tätig­wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2012 – 6 A 186/​11