Ehe­ma­li­ger Flug­platz als Auto-Test­stre­cke

Ver­hin­dern die in der Geneh­mi­gung ange­ord­ne­ten zahl­rei­chen Auf­la­gen nach der­zei­ti­gen Erkennt­nis­sen eine Ver­let­zung von Eigen­tü­mer­rech­ten angren­zen­der Grund­stü­cke, so ist die vor­läu­fi­ge Inbe­trieb­nah­me eines Auto­mo­bil­test­zen­trum recht­mä­ßig.

Ehe­ma­li­ger Flug­platz als Auto-Test­stre­cke

Das hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall des ehe­ma­li­gen Hee­res­flug­plat­zes der Bun­des­wehr in Men­dig ent­schie­den. Der Mie­ter des frü­he­ren Hee­res­flug­plat­zes in Men­dig erhielt vom Land­kreis May­en-Koblenz unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung die Geneh­mi­gung zum Betrieb eines Auto­mo­bil­test­zen­trums auf dem Kon­ver­si­ons­ge­län­de. Die Geneh­mi­gung erging unter der Bei­fü­gung ver­schie­de­ner Auf­la­gen zum Immis­si­ons­schutz sowie zahl­rei­cher wei­te­rer Neben­be­stim­mun­gen. Hier­ge­gen wen­den sich die Antrag­stel­ler, Eigen­tü­mer von zwei etwa 1.300 m ent­fernt lie­gen­den Grund­stü­cken. Auf ihren Antrag ord­ne­te das Ver­wal­tungs­ge­richt die auf­schie­ben­de Wir­kung ihrer Wider­sprü­che an.

Dem konn­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz nicht fol­gen. Hier wur­de unter einer wei­te­ren Auf­la­ge der behörd­lich ange­ord­ne­te Sofort­voll­zug bestä­tigt: Nach der im Eil­ver­fah­ren vor­zu­neh­men­den sum­ma­ri­schen Prü­fung kön­ne davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass ein recht­mä­ßi­ger Betrieb des Auto­test­zen­trums vor­aus­sicht­lich mög­lich sein wer­de. Die in der Geneh­mi­gung ange­ord­ne­ten zahl­rei­chen Maß­nah­men zur Lärm­min­de­rung, ins­be­son­de­re die Rege­lun­gen zur Emis­si­ons- und Immis­si­ons­kon­tin­gen­tie­rung sowie die stän­di­ge Über­wa­chung der Lärm­im­mis­sio­nen ver­hin­der­ten nach der­zei­ti­gen Erkennt­nis­sen eine Ver­let­zung von Rech­ten der Antrag­stel­ler. Um im wei­te­ren Betrieb nähe­re Fest­stel­lun­gen über die Lärm­aus­wir­kun­gen gewin­nen zu kön­nen, wer­de dem Betrei­ber aller­dings zusätz­lich auf­ge­ge­ben, jede Nut­zung der Test­stre­cke der Kreis­ver­wal­tung als Geneh­mi­gungs­be­hör­de min­des­tens ein Woche zuvor zu mel­den. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen bestehe kein Anlass, den Betrieb der Test­stre­cke vor­läu­fig still­zu­le­gen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 3. April 2012 – 1 B 10136/​12.OVG