Fahr­ver­bo­te für die gesam­te Köl­ner "Umwelt­zo­ne" – nicht nur für Die­sel

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat die Stadt Köln ver­pflich­tet, ab April 2019 ein zonen­be­zo­ge­nes Fahr­ver­bot ein­zu­füh­ren. Die­ses Fahr­ver­bot muss die gesam­te aktu­el­le Grü­ne Umwelt­zo­ne 2012 umfas­sen und sowohl für Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge mit Euro-4-Moto­ren und älter sowie für Ben­zi­ner der Klas­sen Euro 1 und 2 gel­ten. Ab Sep­tem­ber 2019 muss es auch Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge der Klas­se Euro 5 erfas­sen.

Fahr­ver­bo­te für die gesam­te Köl­ner "Umwelt­zo­ne" – nicht nur für Die­sel

Die kla­gen­de Deut­sche Umwelt­hil­fe begehr­te vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln die Ände­rung des Luft­rein­hal­te­plans von Köln dahin­ge­hend, dass der Grenz­wert für Stick­stoff­di­oxid in Höhe von 40 Mikro­gramm pro Kubik­me­ter (µg/​m³) ein­ge­hal­ten wird. Sie ist der Auf­fas­sung, der Grenz­wert kön­ne nur durch eine rasche Umset­zung kurz­fris­tig wirk­sa­mer Maß­nah­men wie Fahr­ver­bo­te ins­be­son­de­re für schmut­zi­ge Die­sel­fahr­zeu­ge ein­ge­hal­ten wer­den. Die Luft­ver­schmut­zung durch Stick­oxi­de kön­ne dazu füh­ren, dass etwa Atem­wegs- und Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen aus­ge­löst oder ver­schlim­mert wür­den. Ziel des Luft­rein­hal­te­plans müs­se es sein, den Grenz­wert für Stick­stoff­di­oxid auf Dau­er ein­zu­hal­ten. Köln hat das Ziel nicht erreicht. Der Jah­res­mit­tel­wert 2017 lag auf dem Cle­vi­schen Ring bei 62 µg/​m³, auf der Jus­ti­ni­an­stra­ße und der Aache­ner Stra­ße/​Weiden bei 50 µg/​m³, auf dem Neu­markt bei 47 µg/​m³ und auf der Luxem­bur­ger Stra­ße bei 46 µg/​m³.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat nun das Land Nord­rhein-West­fa­len ver­pflich­tet, bis zum 1. April 2019 den Luft­rein­hal­te­plan für die Stadt Köln zu ergän­zen:

Der der­zeit gül­ti­ge Luft­rein­hal­te­plan von April 2012 sehe kei­ne aus­rei­chen­den Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Luft­si­tua­ti­on vor, befand das Ver­wal­tungs­ge­richt, um den Grenz­wert ein­zu­hal­ten. Dies gel­te auch für den Ent­wurf einer Fort­schrei­bung des Luft­rein­hal­te­plans, der ent­ge­gen der Ankün­di­gung der Bezirks­re­gie­rung Köln noch nicht offen­ge­legt wor­den sei. Unter Berück­sich­ti­gung des Pla­nungs­er­mes­sens des beklag­ten Lan­des hat sich das Gericht dar­auf beschränkt, neben den bereits vor­ge­se­he­nen Pla­nun­gen ein zonen­be­zo­ge­nes Fahr­ver­bot als Maß­nah­me zu benen­nen, die es für unver­zicht­bar in dem fort­zu­schrei­ben­den Luft­rein­hal­te­plan hält. Ange­sichts der hohen Grenz­wert­über­schrei­tung im Stadt­ge­biet Köln sei die Ein­füh­rung eines zonen­be­zo­ge­nen Fahr­ver­bo­tes not­wen­dig.

Wegen der nach wie vor star­ken Gesund­heits­ge­fähr­dung der Innen­stadt­be­woh­ner, der Fahr­rad­fah­rer, der Fuß­gän­ger und Insas­sen der durch­fah­ren­den Fahr­zeu­ge müs­se das Fahr­ver­bot für Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge ein­schließ­lich der Klas­se Euro 4 sowie Ben­zi­ner der Klas­sen Euro 1 und 2 bereits zum April 2019, für Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge der Klas­se Euro 5 erst zum Sep­tem­ber 2019 ein­ge­führt wer­den.

Das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln ist noch nicht rechts­kräf­tig. Gegen das Urteil kann Beru­fung ein­ge­legt wer­den, über die dann das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ent­schei­den muss.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 8. Novem­ber 2018 – 13 K 6684/​15