Feld­spat – Tage­bau in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Natur­schutz­ge­biet

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zur Geneh­mi­gung des Feld­spat-Tage­baus „Gru­be Mar­ta" im Wald­bö­ckel­hei­mer Wald für recht­mä­ßig erklärt.

Feld­spat – Tage­bau in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Natur­schutz­ge­biet

Mit einem berg­recht­li­chen Plan­fest­stel­lungs­be­schluss ließ das beklag­te Land einen Rah­men­be­triebs­plan für den Gesteins­ta­ge­bau "Mar­ta" im Wald­bö­ckel­hei­mer Wald zu. In unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft des Vor­ha­bens befin­det sich ein FFH-Gebiet (Euro­päi­sches Natur­schutz­ge­biet), wel­ches nahe­zu den gesam­ten Wald­bö­ckel­hei­mer Wald ein­nimmt. Aus­ge­nom­men ist nur die spitz­wink­lig in das Gebiet hin­ein­ra­gen­de Wald­flä­che, auf wel­cher der Tage­bau ent­ste­hen soll. Der Kla­ge des Bun­des für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land – BUND – gegen den Plan­fest­stel­lungs­be­schluss gab das Ver­wal­tungs­ge­richt statt. Zur Begrün­dung hieß es, der von dem Vor­ha­ben betrof­fe­ne Teil des Wal­des hät­te in das Euro­päi­sche Natur­schutz­ge­biet ein­be­zo­gen wer­den müs­sen. In einem sol­chen Natur­schutz­ge­biet sei ein Tage­bau der geplan­ten Art jedoch unzu­läs­sig. Auf die Beru­fung des Lan­des hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die­ses Urteil nach umfang­rei­cher Beweis­auf­nah­me auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen.

Das Euro­päi­sche Natursch­t­z­ge­biet sei nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts ent­ge­gen den Annah­men des BUND zutref­fend abge­grenzt. Es sei unter natur­schutz­fach­li­chen Gesichts­punk­ten ver­tret­bar gewe­sen, den von dem Vor­ha­ben betrof­fe­nen Teil des Wald­bö­ckel­hei­mer Wal­des hier­von aus­zu­neh­men. Auch gin­gen von dem geplan­ten Tage­bau kei­ne Beein­träch­ti­gun­gen für das benach­bar­te Natur­schutz­ge­biet aus. Dem Vor­ha­ben stün­den schließ­lich kei­ne Belan­ge des Arten­schut­zes ent­ge­gen. Zwar habe der BUND neben der Wild­kat­ze ins­ge­samt 30 Fledermaus‑, Vogel- und Eidech­sen­ar­ten benannt, die durch den Tage­bau angeb­lich gefähr­det wür­den. Nach den zahl­rei­chen, von den Betei­lig­ten vor­ge­leg­ten und durch das Gericht ein­ge­hol­ten Gut­ach­ten hät­ten sich die­se Befürch­tun­gen jedoch alle­samt als unbe­grün­det erwie­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 26. Juli 2011 – 1 A 10473/​07.OVG