Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg – Flug­rou­ten­fest­set­zung

Das Bun­des­auf­sichts­amt für Flug­si­che­rung durf­te sich bei der Fest­set­zung der Flug­rou­ten für den Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg auf Sicher­heits­er­wä­gun­gen stüt­zen. Dar­über hin­aus hält die Fest­set­zung unter Lärm­schutz­ge­sichts­punk­ten einer recht­li­chen Über­prü­fung stand.

Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg – Flug­rou­ten­fest­set­zung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge der Stadt Lud­wigs­fel­de abge­wie­sen. Die­se hat­te sich gegen die für den Flug­ver­kehr auf dem Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg fest­ge­setz­ten An- und Abflug­rou­ten, die an der Stadt Lud­wigs­fel­de vor­bei­ge­führt wer­den, gewehrt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg auf sei­ne Ent­schei­dung 1 vom 19. Sep­tem­ber 2013 ver­wie­sen, in dem die auch von der Gemein­de Blan­ken­fel­de-Mahlow für den Nord­bahn-West­be­trieb gefor­der­te Nord­um­flie­gung wäh­rend des Tages abge­lehnt wor­den ist. Die von der Stadt Lud­wigs­fel­de ange­führ­ten Argu­men­te haben zu kei­ner ande­ren Bewer­tung geführt. Für den Nacht­flug­be­trieb hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt die für den Nord­bahn-West­be­trieb fest­ge­setz­ten Flug­rou­ten hin­ge­gen rechts­kräf­tig für rechts­wid­rig erklärt 1. Inso­weit ist kein berech­tig­tes Inter­es­se der Klä­ge­rin erkenn­bar, ihrer­seits die Rechts­wid­rig­keit der­sel­ben Flug­rou­ten fest­stel­len zu las­sen. Im Übri­gen ist nicht ersicht­lich, dass die Klä­ge­rin – anders als die Gemein­de Blan­ken­fel­de-Mahlow – durch eine Nord­um­flie­gung nen­nens­wert ent­las­tet wird.

Auch die für den West- und Ost­be­trieb auf der Süd­bahn fest­ge­setz­ten Flug­rou­ten sind nicht zu bean­stan­den. Das Bun­des­auf­sichts­amt für Flug­si­che­rung hat sich bei der Fest­set­zung zu Recht auf Sicher­heits­er­wä­gun­gen gestützt. Ins­be­son­de­re durf­te es berück­sich­ti­gen, dass aus Grün­den der Luft­si­cher­heit ein hin­rei­chen­der Höhen­un­ter­schied zwi­schen den Abflü­gen und den aus dem Süd­os­ten kom­men­den Anflü­gen ein­ge­hal­ten wer­den muss. Unter Lärm­schutz­ge­sichts­punk­ten hält die Fest­set­zung einer recht­li­chen Über­prü­fung eben­falls stand. Eine Dop­pel­be­las­tung der Kern­stadt Lud­wigs­fel­de und ihrer elf Orts­tei­le durch An- und Abflug­lärm wird ver­mie­den; auch die von der Beklag­ten ein­ge­hol­ten Lärm­be­rech­nun­gen spre­chen für die fest­ge­setz­ten Abflug­rou­ten.

Die über das Kern­stadt­ge­biet ver­lau­fen­den End­an­flug­stre­cken sind eben­falls recht­mä­ßig. Die von der Stadt vor­ge­schla­ge­nen Maß­nah­men zur Lärm­min­de­rung muss­te das Bun­des­auf­sichts­amt nicht über­neh­men. So stel­len zum Bei­spiel die gefor­der­ten „seg­men­tier­ten” Anflug­ver­fah­ren kei­ne voll­wer­ti­ge Alter­na­ti­ve für eine siche­re und flüs­si­ge Abwick­lung des Anflug­ver­kehrs bei allen Wet­ter­be­din­gun­gen dar. Das Gericht hat aller­dings dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Beklag­te ver­pflich­tet ist, nach den Erfah­run­gen des Flug­be­triebs zu prü­fen, ob lärm­min­dern­de Abflug­ver­fah­ren als alter­na­ti­ve Ver­fah­ren fest­ge­setzt wer­den.

Das Bun­des­auf­sichts­amt für Flug­si­che­rung hält sich mit der Fest­set­zung der Flug­rou­ten im Rah­men sei­nes Gestal­tungs­spiel­raums, so dass die fest­ge­setz­ten An- und Abflug­rou­ten, die an der Stadt Lud­wigs­fel­de vor­bei­ge­führt wer­den, recht­mä­ßig sind.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 4. März 2014 – OVG 6 A 7.14

  1. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 19.09.2013 – OVG 11 A 4.13