Häft­ling mit Hund

Ein Hun­de­hal­ter, der eine län­ge­re Straf­haft anzu­tre­ten hat, kann sich nicht dar­auf ver­las­sen, dass sein Tier wäh­rend der Haft auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers unter­ge­bracht wird. Dies gilt zumin­dest dann, wenn der Hun­de­hal­ter selbst sein Tier ver­nach­läs­sigt hat.

Häft­ling mit Hund

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen ent­schie­de­nen Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes hat­te der Antrag­stel­ler vor sei­nem Haft­an­tritt im Novem­ber 2010 sei­nen 14 Jah­re alten Hund einem Nach­barn zur Betreu­ung über­ge­ben. Die Amts­tier­ärz­tin stell­te fest, dass das Tier nicht art­ge­recht gehal­ten wur­de und an einer behand­lungs­be­dürf­ti­gen Krank­heit litt. Der Hund wur­de in einer Hun­de­pen­si­on unter­ge­bracht. Die medi­ka­men­tö­se Behand­lung des Tie­res ver­ur­sacht Kos­ten von 60,- € pro Monat. Der Land­rat des Krei­ses Eus­kir­chen ord­ne­te im Dezem­ber 2010 die Ver­äu­ße­rung des Tie­res an, soll­te der Antrag­stel­ler nicht bis Anfang Janu­ar 2011 für eine ange­mes­se­ne Unter­brin­gung des Hun­des sor­gen.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen hat die Anord­nung trotz des Ein­griffs in das Eigen­tums­recht des Antrag­stel­lers für recht­mä­ßig gehal­ten. Das Tier­schutz­ge­setz ermög­li­che in Aus­nah­me­fäl­len die dau­er­haf­te Weg­nah­me und Ver­äu­ße­rung eines Tie­res. Der Hund sei bereits vor der Inhaf­tie­rung des Antrag­stel­lers erheb­lich ver­nach­läs­sigt gewe­sen. Der Hun­de­hal­ter habe die Krank­heit sei­nes Tie­res nicht behan­deln las­sen, obwohl ihm die­se bekannt gewe­sen sein muss­te. Zudem sei der mit­tel­lo­se Antrag­stel­ler nicht in der Lage, wäh­rend sei­ner 14 Mona­te dau­ern­den Haft die Kos­ten für die Unter­brin­gung und Behand­lung sei­nes Hun­des auf­zu­brin­gen.

Eine Ver­äu­ße­rung des Hun­des ent­spre­che schließ­lich auch dem Wohl des Tie­res. Ange­sichts des hohen Alters sei dem Tier am bes­ten damit gedient, in pri­va­te gute Hän­de abge­ge­ben zu wer­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Aachen, Beschluss vom 17. Febru­ar 2011 – 6 L 5/​11