Haf­tung der Kon­zern­mut­ter für Boden­ver­un­rei­ni­gun­gen

Für Boden­ver­un­rei­ni­gun­gen durch ein Tank­la­ger haf­tet nicht nur das jeweils ver­ant­wort­li­che Lager­un­ter­neh­men, son­dern nach Ansicht zumin­dest des Ver­wal­tungs­ge­richts Düs­sel­dorf auch des­sen Kon­zern­mut­ter. So hat das Ver­wal­tungs­ge­richt ges­tern die Kla­ge der Wacker Che­mie AG gegen einen Leis­tungs­be­scheid abge­wie­sen, mit dem sie von der Stadt Düs­sel­dorf zu den Kos­ten für die Sanie­rungs­pla­nung der Alt­last auf dem ehe­ma­li­gen Betriebs­ge­län­de der Fir­ma Danz­as am Bahn­hof Eller her­an­ge­zo­gen wird. Dort waren mas­si­ve Kon­ta­mi­na­tio­nen mit Chlor­koh­len­was­ser­stof­fen im Boden, in der Boden­luft und im Grund­was­ser fest­ge­stellt wor­den. Der Scha­dens­be­reich im Boden erstreckt sich über eine Flä­che von mehr als 2.500 qm, stel­len­wei­se bis in Tie­fen von über 40 m. Auf dem Gelän­de war in den Jah­ren 1948 bis 1974 ein Tank­la­ger betrie­ben wor­den, in dem unter ande­rem die Löse­mit­tel Tri­chlor­ethen und Tetra­chlor­ethen umge­schla­gen wur­den.

Haf­tung der Kon­zern­mut­ter für Boden­ver­un­rei­ni­gun­gen

Nach Auf­fas­sung des Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­ge­richts ist die Klä­ge­rin für den ent­stan­de­nen Scha­den min­des­tens mit­ver­ant­wort­lich. Die Kon­ta­mi­na­tio­nen sei­en im wesent­li­chen auf den Tank­la­ger­be­trieb zurück­zu­füh­ren. Wegen ihres bestim­men­den Ein­flus­ses auf den Betrieb sei die Klä­ge­rin jeden­falls als Mit­be­trei­be­rin anzu­se­hen. In die­ser Eigen­schaft habe sie für einen gefahr­lo­sen Betriebs­ab­lauf sor­gen müs­sen. Die aus dem Betrei­ben eines Tank­la­gers resul­tie­ren­den Pflich­ten, in dem mit gefähr­li­chen Stof­fen umge­gan­gen wird, habe die Klä­ge­rin nicht erfüllt mit der Fol­ge, dass sie für die Besei­ti­gung der dadurch ent­stan­de­nen Ver­un­rei­ni­gun­gen in Anspruch genom­men wer­den kön­ne.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2009 – 17 K 4572/​08