Impor­tier­te Mies­mu­scheln im Wat­ten­meer

In die zum Natio­nal­park "Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Wat­ten­meer" gehö­ren­den Küs­ten­ge­wäs­ser dür­fen kei­ne Mies­mu­scheln impor­tiert wer­den.

Impor­tier­te Mies­mu­scheln im Wat­ten­meer

So ent­schied jetzt das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt auf die Kla­ge eines Natur­schutz­ver­eins, der Schutz­sta­ti­on Wat­ten­meer e. V.. Der Ver­ein klag­te gegen die Ein­brin­gung von Mies­mu­scheln aus iri­schen und bri­ti­schen Küs­ten­ge­wäs­sern durch vier schles­wig-hol­stei­ni­sche Muschel­fi­sche­rei­be­trie­be in die zum Natio­nal­park "Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Wat­ten­meer" gehö­ren­den Küs­ten­ge­wäs­ser.

Der Ver­ein hat­te die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass das Ein­brin­gen der impor­tier­ten Mies­mu­scheln unzu­läs­sig ist: Dafür bedarf es – neben der erteil­ten Befrei­ung nach dem Lan­des­fi­sche­rei­ge­setz – zusätz­lich einer Befrei­ung von dem im Natio­nal­park­ge­setz ent­hal­te­nen arten­schutz­recht­li­chen Ver­bot, Tie­re sol­cher Arten aus­zu­set­zen, die im Natio­nal­park nicht ihren Lebens­raum haben. Die­ses arten­schutz­recht­li­che Befrei­ungs­ver­fah­ren, an dem der Natur­schutz­ver­ein zu betei­li­gen gewe­sen wäre, ist nicht durch­ge­führt wor­den. Des­halb kann der Ver­ein ver­lan­gen, dass den Muschel­fi­sche­rei­be­trie­ben das Ein­brin­gen der Mies­mu­scheln unter­sagt wird.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat den beklag­ten Lan­des­be­trieb für Küs­ten­schutz Natio­nal­park und Mee­res­schutz Schles­wig-Hol­stein antrags­ge­mäß zur Unter­sa­gung des Ein­brin­gens impor­tier­ter Mies­mu­scheln in den Natio­nal­park Wat­ten­meer gegen­über den bei­gela­de­nen Muschel­fi­sche­rei­be­trie­ben ver­pflich­tet.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 15. Dezem­ber 2011 – 1 LB 19/​10