Kein Windrad im reinen Wohngebiet

Ein Kleinwindrad ist in einem reinen Wohngebiet unzulässig. mit dieser Begründung hat aktuell das Verwaltungsgericht Osnabrück die Klage eines Bauherrn aus dem Emsland abgewiesen, der vom Landkreis die Erteilung eines positiven Bauvorbescheid über die Zulässigkeit der Errichtung eines Kleinwindrades begehrte.

Kein Windrad im reinen Wohngebiet

Das Verwaltungsgericht Osnabrück urteilte nun jedoch, dass der Landkreis Emsland die Erteilung eines positiven Bauvorbescheides zu Recht abgelehnt hat. Das Verwaltungsgericht hält Kleinwindräder für genehmigungspflichtig; wegen ihrer Drehbewegungen seien sie nicht wie Antennen- oder Fahnenmasten nach Nr. 4 der Anlage zu § 69 NBauO genehmigungsfrei.

Das Verwaltungsgericht Osnabrück geht davon aus, dass Kleinwindräder in – wie hier – ausgewiesenen reinen Wohngebieten nur nach den konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalles zulässig sein können, nämlich dann, wenn sie der Eigenart des Gebietes nicht widersprechen. Das hängt von Größe, Lage und Zuschnitt des Baugrundstückes ab, auf dem das Windrad errichtet werden soll und von der Weiträumigkeit und Dichte der Bebauung.

Im konkret zu beurteilenden Fall hatte das Grundstück eine Größe von 525 m²; auch die übrigen Grundstücke im Baugebiet weisen Größen von 500-600 m² auf. Zudem sollte das Windrad an dem an den Lünner See angrenzenden Teil errichtet werden; dort ist das Grundstück ca. 12 m breit. Durch die Lage am See wäre es auch von anderen Grundstücken aus deutlich wahrzunehmen. Deshalb nahm die Kammer an, das geplante Vorhaben widerspreche der Eigenart des Gebietes.

Verwaltungsgericht Osnabrück, Urteil vom 20. Mai 2011 – 2 A 117/10