Kei­ne Heiz­pil­ze in Ber­lin?

Die Erlaub­nis zum Auf­stel­len sog. Heiz­pil­ze auf öffent­li­chem Stra­ßen­land kann in Ber­lin aus Grün­den des Kli­ma­schut­zes ver­sagt wer­den. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat jetzt eine Kla­ge abge­wie­sen, mit der der Inha­ber eines Loka­les in Ber­lin-Pan­kow die Ertei­lung einer hier­für erfor­der­li­chen Son­der­nut­zungs­er­laub­nis erstrebt hat­te.

Kei­ne Heiz­pil­ze in Ber­lin?

Gegen die Ent­schei­dung des Bezirks­am­tes hat­te der Klä­ger vor­ge­tra­gen, die Ver­sa­gung aller Heiz­pil­ze im Land Ber­lin habe kei­nen mess­ba­ren Ein­fluss auf den Kli­ma­schutz. Zu beach­ten sei viel­mehr, dass er eine 50%-ige Umsatz­stei­ge­rung für den Zeit­raum ver­zeich­net habe, in dem Heiz­strah­ler bzw. Par­ty­fa­ckeln auf dem Geh­weg vor sei­ner Gast­stät­te abge­stellt gewe­sen sei­en. Die Attrak­ti­vi­tät Ber­lins wer­de durch Stra­ßen­ca­fés mit Heiz­mög­lich­kei­ten erhöht, was dem Tou­ris­mus und damit dem öffent­li­chen Inter­es­se die­ne.

Die Ber­li­ner Ver­wal­tungs­rich­ter befan­den dem­ge­gen­über, dass Grün­de des Kli­ma­schut­zes, ein über­wie­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se begrün­de­ten, das der Ertei­lung der Erlaub­nis ent­ge­gen gehal­ten wer­den kön­ne. Heiz­pil­ze sei­en für den Kli­ma­schutz beson­ders nach­tei­lig, da die Nut­zung offe­nen Feu­ers zum Hei­zen im Frei­en oder allein zur Erre­gung von Auf­merk­sam­keit eine beson­ders inef­fi­zi­en­te Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe dar­stel­le. Woll­te man dem Klä­ger dar­in fol­gen, dass das Auf­stel­len von Heiz­strah­lern in Gast­stät­ten kei­nen spür­ba­ren Effekt auf das Welt­kli­ma habe, lie­ßen sich sämt­li­che Bemü­hun­gen um die Redu­zie­rung von Treib­haus­ga­sen in Fra­ge stel­len. Das glo­ba­le Ziel des Kli­ma­schut­zes erfor­de­re für sei­ne Umset­zung loka­les Han­deln. Auch wenn mit der Ver­sa­gung der Son­der­nut­zungs­er­laub­nis ein erheb­li­cher Umsatz­ver­lust für den Gast­wirt ein­her­ge­he, über­wie­ge der – wenn auch gering­fü­gi­ge – Effekt für den Kli­ma­schutz. Betrof­fe­ne Gast­wir­te könn­ten zudem auf die Nut­zung von Decken gegen die Käl­te ver­wie­sen wer­den.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Beru­fung an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg wegen der grund­sätz­li­chen Fra­ge, ob Grün­de des Kli­ma­schut­zes über­wie­gen­de öffent­li­che Inter­es­sen sein kön­nen, zuge­las­sen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 15. Mai 2009 – VG 1 A 417.08