Köl­ner Umwelt­zo­ne

Die zum 1. Janu­ar 2008 in den Köl­ner Stadt­tei­len Deutz, Mühl­heim und Innen­stadt ein­ge­rich­te­te Umwelt­zo­ne ist recht­mä­ßig. Die­se Fest­stel­lung des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln hat jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter bestä­tigt und den Antrag des Klä­gers, eines Köl­ner Rechts­an­walts, auf Zulas­sung der Beru­fung abge­lehnt.

Köl­ner Umwelt­zo­ne

Die Ein­rich­tung der Umwelt­zo­ne beruht auf dem Luft­rein­hal­te­plan der Bezirks­re­gie­rung Köln vom 31. Okto­ber 2006. Der Plan wur­de auf­ge­stellt, nach­dem die maß­geb­li­chen Grenz­wer­te für die Immis­si­ons­be­las­tung mit Stick­stoff­di­oxid (NO2) an meh­re­ren Mess­stel­len auf Köl­ner Stadt­ge­biet über­schrit­ten wor­den waren. Ihm lie­gen eine Ermitt­lung der Ver­ur­sa­chungs­an­tei­le ver­schie­de­ner Emit­ten­ten­grup­pen (Auto­ver­kehr, Schiffs­ver­kehr, Indus­trie, Klein­feue­rungs­an­la­gen), eine Pro­gno­se der in den fol­gen­den Jah­ren zu erwar­ten­den Immis­si­ons­wer­te und eine Prü­fung der zur Luft­qua­li­täts­ver­bes­se­rung in Betracht kom­men­den Maß­nah­men zugrun­de.

Der Argu­men­ta­ti­on des Klä­gers, dass die Ein­rich­tung der Umwelt­zo­ne kein geeig­ne­tes Mit­tel zur Luft­ver­bes­se­rung sei und eine unver­hält­nis­mä­ßi­ge Belas­tung allein der Auto­fah­rer dar­stel­le, ist der Senat nicht gefolgt. Der Luft­rein­hal­te­plan sei recht­lich nicht zu bean­stan­den. Die zugrun­de lie­gen­den Pro­gno­sen sei­en auf der Grund­la­ge der bei Auf­stel­lung des Plans vor­han­de­nen tat­säch­li­chen und wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se metho­disch ein­wand­frei erstellt wor­den. Dass der Luft­rein­hal­te­plan sich im wesent­li­chen auf Maß­nah­men zur Ver­min­de­rung des vom Stra­ßen­ver­kehr ver­ur­sach­ten Emis­si­ons­an­teils beschrän­ke, sei des­halb gerecht­fer­tigt, weil Maß­nah­men gegen ande­re Ver­ur­sa­cher­grup­pen – etwa die Schiff­fahrt – kei­nen kurz­fris­ti­gen Erfolg ver­sprä­chen oder mit schwe­rer wie­gen­den Belas­tun­gen ver­bun­den sei­en. Stel­le sich bei Aus­wer­tung der im Ziel­jahr 2010 ermit­tel­ten Mess­ergeb­nis­se her­aus, dass die ange­streb­te Immis­si­ons­ver­bes­se­rung nicht erreicht wor­den sei, füh­re das nicht zur Rechts­wid­rig­keit der der­zei­ti­gen Ver­kehrs­re­ge­lung. Den Ergeb­nis­sen müs­se viel­mehr im Rah­men der Fort­schrei­bung des Plans durch wei­ter­ge­hen­de Maß­nah­men Rech­nung getra­gen wer­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Beschluss vom 25. Janu­ar 2011 – 8 A 2751/​09