Lärm­ak­ti­ons­plan Flug­ha­fen Frank­furt

Die Kla­ge eines Anwoh­ners gegen einen Lärm­ak­ti­ons­plan ist man­gels Kla­ge­be­fug­nis unzu­läs­sig. Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig jetzt ent­schie­den.

Lärm­ak­ti­ons­plan Flug­ha­fen Frank­furt

Die Klä­ge­rin, die im Umfeld des Flug­ha­fens Frank­furt am Main wohnt, wen­det sich gegen den Lärm­ak­ti­ons­plan Hes­sen – Teil­plan Flug­ha­fen Frankfurt/​Main. Nach ihrer Auf­fas­sung genügt die­ser nicht den Vor­ga­ben des Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­set­zes über die Lärm­min­de­rungs­pla­nung und der Umge­bungs­lärm­richt­li­nie der Euro­päi­schen Uni­on.

Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Kas­sel hat die Kla­ge als unzu­läs­sig abge­wie­sen 1; es gebe kei­ne Vor­schrift, die der Klä­ge­rin einen Anspruch auf Über­prü­fung und Ergän­zung eines Lärm­ak­ti­ons­plans ein­räu­me.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen:

Die Klä­ge­rin ist im Unter­schied zu aner­kann­ten Umwelt­ver­ei­ni­gun­gen nicht von der Not­wen­dig­keit der Gel­tend­ma­chung einer Ver­let­zung in eige­nen Rech­ten befreit. Sol­che Rech­te bestehen im Hin­blick auf Lärm­ak­ti­ons­plä­ne nicht. Das Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­setz ent­hält in den Vor­schrif­ten zur Lärm­min­de­rungs­pla­nung kei­ne dritt­schüt­zen­de Norm, auf die sich die Klä­ge­rin hier beru­fen kann. Aus dem Uni­ons­recht folgt eben­falls kein sub­jek­tiv-recht­li­cher Anspruch. Nach der Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs kann ein Ein­zel­ner die Ein­hal­tung einer durch eine Richt­li­nie auf­er­leg­ten Ver­pflich­tung nur ein­for­dern, wenn er unmit­tel­bar von der Ver­let­zung betrof­fen ist. Die Ver­pflich­tung muss klar, prä­zi­se und nicht an Bedin­gun­gen geknüpft sein, was etwa bei der Nor­mie­rung von Grenz­wer­ten der Fall sein kann. Die­se Anfor­de­run­gen erfüllt die Umge­bungs­lärm­richt­li­nie nicht.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 28. Novem­ber 2019 – 7 C 2.18

  1. Hess. VGH, Urteil vom 26.10.2017 – 9 C 873/​15.T[]