Lärm­be­läs­ti­gung 1000 m ent­fernt vom Wind­park

Liegt ein Grund­stück am Ran­de eines Wohn­ge­bie­tes zum Außen­be­reich hin, kann die Ein­hal­tung der Lärm­wer­te für ein rei­nes Wohn­ge­biet nicht in Anspruch genom­men wer­den. Dem auf­grund der beson­de­ren Lage des Grund­stü­ckes ver­min­der­ten Schutz­be­dürf­nis ist viel­mehr durch die Ein­hal­tung der Lärm­wer­te für ein all­ge­mei­nes Wohn­ge­biet in aus­rei­chen­dem Maß genü­ge getan.

Lärm­be­läs­ti­gung 1000 m ent­fernt vom Wind­park

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in dem hier vor­lie­gen­den Fall zwei Kla­gen einer Haus­ei­gen­tü­me­rin gegen zwei geneh­mig­te Wind­kraft­an­la­gen abge­wie­sen. Die Klä­ge­rin wohnt in etwa 1000 Meter Ent­fer­nung zum Wind­park Hun­ger­berg.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier aus­ge­führt, dass die durch­ge­führ­te Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fung, die zu dem Ergeb­nis gelangt sei, dass durch die Rea­li­sie­rung der Vor­ha­ben kei­ne erheb­li­chen Umwelt­aus­wir­kun­gen zu befürch­ten sei­en, nicht zu bean­stan­den sei. Des Wei­te­ren sei davon aus­zu­ge­hen, dass von den Vor­ha­ben kei­ne unzu­mut­ba­ren Lärm­be­läs­ti­gun­gen aus­gin­gen. Zwar han­de­le es sich bei der Umge­bungs­be­bau­ung des Wohn­hau­ses der Klä­ge­rin um ein rei­nes Wohn­ge­biet. Da jedoch das Anwe­sen der Klä­ge­rin am Ran­de des Wohn­ge­bie­tes zum Außen­be­reich hin gele­gen sei, kön­ne die­se die Ein­hal­tung der Lärm­wer­te für ein rei­nes Wohn­ge­biet nicht für sich in Anspruch neh­men. Dem auf­grund der beson­de­ren Lage des Grund­stü­ckes ver­min­der­ten Schutz­be­dürf­nis sei viel­mehr durch die Ein­hal­tung der Lärm­wer­te für ein all­ge­mei­nes Wohn­ge­biet in aus­rei­chen­dem Maß genü­ge getan.

Letzt­lich sei das Ver­wal­tungs­ge­richt auf­grund der vor­lie­gen­den Schall­gut­ach­ten auch davon über­zeugt, dass die nach der 6. All­ge­mei­nen Ver­wal­tungs­vor­schrift zum Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­setz (Tech­ni­sche Anlei­tung zum Schutz gegen Lärm) im vor­lie­gen­den Fall zu beach­ten­den Immis­si­ons­richt­wer­te auch nachts ein­ge­hal­ten wer­den könn­ten. Soweit die Klä­ge­rin Belan­ge des Natur- und Arten­schut­zes rüge, feh­le es an ihrer indi­vi­du­el­len Rechts­ver­let­zung.

Ver­wal­tungs­ge­richt Trier, Urtei­le vom 16. Juni 2014 – 6 K 749/​13.TR und 6 K 1475/​13.TR