„Natu­ra 2000“ an der Ems

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg hat die Kla­gen der Stadt Papen­burg, der Land­krei­se Ems­land und Leer und der Stadt Emden sowie der Mey­er Werft gegen die Auf­nah­me des Gebie­tes „Unte­rems und Außen­ems“ in das euro­päi­sche Schutz­ge­biet­netz „Natu­ra 2000“ abge­wie­sen. Die Stadt Papen­burg befürch­te­te gra­vie­ren­de Nach­tei­le für sich als Hafen­stadt und ins­be­son­de­re als Werft­stand­ort. Die übri­gen Klä­ger befürch­ten eben­falls die Beein­träch­ti­gung wirt­schaft­li­cher Inter­es­sen und sehen sich in ihrer städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lung und bei sons­ti­gen gemeind­li­chen Pla­nun­gen beein­träch­tigt.

„Natu­ra 2000“ an der Ems

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof hat­te bereits am 14. Janu­ar 2010 auf ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen des Ver­wal­tungs­ge­richts Olden­burg ent­schie­den, dass bei der Erstel­lung des Net­zes „Natu­ra 2000“ sowohl im Rah­men der Gebiets­mel­dung wie der Erstel­lung der Gemein­schafts­lis­te allein natur­schutz­fach­li­che Kri­te­ri­en maß­ge­bend sind. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg hat nun auf der Grund­la­ge die­ses Urteils die Kla­gen der Kom­mu­nen und des Unter­neh­mens als unzu­läs­sig abge­wie­sen, weil durch die Zustim­mung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zur beab­sich­tig­ten Auf­nah­me der Unter- und Außen­ems in die Lis­te geschütz­ter Gebie­te eige­ne Rech­te der Klä­ger nicht ver­letzt sein kön­nen.

Durch den Aus­schluss wirt­schaft­li­cher oder pla­ne­ri­scher Erwä­gun­gen wer­den die Klä­ger in ihrem Anspruch auf wirk­sa­men Rechts­schutz nicht beein­träch­tigt, urteil­te jetzt das Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg. Nach der Auf­nah­me in die Lis­te der zu schüt­zen­den Gebie­te bestehen wei­ter­hin recht­li­che Mög­lich­kei­ten, etwai­ge künf­ti­ge Maß­nah­men recht­lich über­prü­fen zu las­sen.

Da das Gericht die Kla­gen schon als unzu­läs­sig abge­wie­sen hat, kam es auf die von den Klä­gern für wesent­lich gehal­te­nen Fra­gen zur Eig­nung der Unter- und Außen­ems als Schutz­ge­biet nach der FFH-Richt­li­nie nicht an.

Das Gebiet „Unte­rems und Außen­ems“ war vom Land Nie­der­sach­sen als mög­li­ches Gebiet von gemein­schaft­li­cher Bedeu­tung aus­ge­wählt und der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on vor­ge­schla­gen wor­den. Der Bun­des­rat hat­te im Juni 2007 sei­ner Auf­nah­me in den von der Kom­mis­si­on vor­ge­leg­ten Ent­wurf einer Gemein­schafts­lis­te zuge­stimmt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 22. Novem­ber 2010 – 1 A 510/​08