Novel­le des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes

Das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um hat einen Gesetz­ent­wurf für eine umfas­sen­de Novel­le des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes („Gesetz zur Ablö­sung des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes und zur Ände­rung ande­rer Rechts­vor­schrif­ten“) vor­ge­legt und zur Abstim­mung an die betei­li­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­en ver­schickt.

Novel­le des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes

Mit dem neu­en Bun­des­na­tur­schutz­ge­setz soll erst­mals das deut­sche Natur­schutz­recht umfas­send und bun­des­weit ein­heit­lich gere­gelt wer­den. Die Mög­lich­keit zum Erlass von Voll­re­ge­lun­gen hat der Bund mit der Föde­ra­lis­mus­re­form vom Sep­tem­ber 2006 erhal­ten. Zuvor besaß er hier nur eine so genann­te Rah­men­kom­pe­tenz, die ergän­zen­de Rege­lun­gen der 16 Bun­des­län­der erfor­der­te.

Da die Ver­fas­sungs­re­form auf dem Gebiet des Natur­schut­zes ab dem 1.1.2010 Abwei­chungs­rech­te der Län­der vor­sieht, ist die vor­ge­leg­te Novel­le jetzt erfor­der­lich, um die neue Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus­zu­fül­len. Von den Abwei­chungs­rech­ten aus­ge­nom­men sind der Arten­schutz und der Mee­res­na­tur­schutz sowie die all­ge­mei­nen Grund­sät­ze des Natur­schut­zes, die im vor­lie­gen­den Ent­wurf aus­drück­lich benannt wer­den.

Inhalt­lich knüpft die vor­ge­leg­te Geset­zes­no­vel­le an das bestehen­de anspruchs­vol­le BNatSchG an. So wird die in der Pra­xis sehr bedeut­sa­me Ein­griffs­re­ge­lung moder­ni­siert z.B. durch die Schaf­fung bun­des­recht­li­cher Grund­la­gen für die in der Pra­xis bereits viel­fach ein­ge­setz­ten Instru­men­te des Flä­chen­pools und des Öko­kon­tos. Zudem wer­den eini­ge bis­her den Län­dern vor­be­hal­te­ne Berei­che in das vor­han­de­ne Rege­lungs­kon­zept inte­griert. Dies gilt ins­be­son­de­re für den so genann­ten all­ge­mei­nen Arten­schutz, also Rege­lun­gen zum Schutz der Tier- und Pflan­zen­ar­ten, die wegen ihrer Sel­ten­heit oder Gefähr­dung nicht bereits ohne­hin einen stren­ge­ren Schutz genie­ßen. Hier­zu zählt etwa das Ver­bot, Bäu­me oder Sträu­cher wäh­rend der Brut­zeit zurück­zu­schnei­den Dabei berück­sich­tigt sich der Gesetz­ent­wurf so weit wie mög­lich die in den Län­dern bewähr­te Rechts­la­ge und gestal­tet die neu­en Vor­schrif­ten voll­zugs­freund­lich aus.

Erst­mals wird es ein eige­nes Kapi­tel zum Mee­res­na­tur­schutz geben. Nach­dem im Jah­re 2002 ein ers­ter Schritt zur Erstre­ckung des Natur­schutz­rechts auf den Bereich jen­seits der 12-See­mei­len­zo­ne unter­nom­men wur­de, wird künf­tig das Instru­men­ta­ri­um des Bun­des­na­tur­schutz­ge­set­zes dort im Rah­men der völ­ker­recht­li­chen Vor­ga­ben gel­ten.