Novel­le des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes und die „ein­heit­li­che Wert­stoff­ton­ne“

Das Bun­des­ka­bi­nett hat ges­tern den Ent­wurf zur Novel­le des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes beschlos­sen. Mit die­sem Geset­zes­ent­wurf soll die EU-Abfall­rah­men­richt­li­nie in deut­sches Recht umge­setzt und das bestehen­de deut­sche Abfall­recht umfas­send moder­ni­siert wer­den. Gleich­zei­tig soll die Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Kom­mu­nen und Pri­vat­wirt­schaft in der Ent­sor­gung prä­zi­siert und dadurch Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit geschaf­fen wer­den.

Novel­le des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes und die „ein­heit­li­che Wert­stoff­ton­ne“

Der Ent­wurf des neu­en Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­setz sieht eine neue 5‑stufige Abfall­hier­ar­chie vor, auf deren Grund­la­ge die Pflich­ten für die Abfall­be­sit­zer am Umwelt­schutz ori­en­tiert wer­den. Vor­rang soll dabei stets die aus Sicht des Umwelt­schut­zes bes­te Opti­on haben. Dabei wird dem Recy­cling eine grö­ße­re Bedeu­tung bei­gemes­sen als der ener­ge­ti­schen Ver­wer­tung. Durch eine fle­xi­ble Aus­ge­stal­tung, die auch wirt­schaft­li­che und sozia­le Anlie­gen berück­sich­tigt, kann dem Anlie­gen maxi­ma­ler Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz jetzt deut­lich bes­ser Rech­nung getra­gen wer­den als im bis­her gel­ten­den Recht.

Bis zum Jahr 2020 sol­len 65% aller Sied­lungs­ab­fäl­le recy­celt und 70% aller Bau- und Abbruch­ab­fäl­le stoff­lich ver­wer­tet wer­den. Damit liegt Deutsch­land über der durch die EU vor­ge­ge­be­nen Recy­cling-Quo­te. Ende 2016 wird dar­über hin­aus geprüft, ob die Ver­wer­tungs­quo­te für Bau- und Abbruch­ab­fäl­le wei­ter gestei­gert wer­den kann.

Spä­tes­tens ab dem Jahr 2015 müs­sen flä­chen­de­ckend Bio­ab­fäl­le sowie Papier‑, Metall‑, Kunst­stoff- und Glas­ab­fäl­le getrennt gesam­melt wer­den. Denn das ist die Grund­la­ge für ein hoch­wer­ti­ges Recy­cling. Die Getrennt­samm­lungs­pflicht steht aus­drück­lich unter dem Vor­be­halt der tech­ni­schen Mög­lich­keit und wirt­schaft­li­chen Zumut­bar­keit. Um die Kom­mu­nen dabei nicht zu über­for­dern wird den Ver­ant­wort­li­chen vor Ort ein brei­ter Ent­schei­dungs­spiel­raum zur Aus­ge­stal­tung belas­sen.

Das Kern­an­lie­gen der Kom­mu­nen, näm­lich an der grund­sätz­li­chen Auf­ga­ben­ver­tei­lung zwi­schen kom­mu­na­ler und pri­va­ter Ent­sor­gung fest­zu­hal­ten, wird durch den Ent­wurf berück­sich­tigt. Kom­mu­nen blei­ben umfas­send ver­ant­wort­lich für die Haus­müll­ent­sor­gung. Gewerb­li­che Samm­lun­gen von ver­wert­ba­ren Haus­halts­ab­fäl­len sind zukünf­tig nur zuläs­sig, wenn die Erfül­lung der kom­mu­na­len Ent­sor­gungs­auf­ga­ben nicht gefähr­det wird. Der Gesetz­ent­wurf stellt damit ins­ge­samt einen fai­ren Kom­pro­miss zwi­schen den kom­mu­na­len Inter­es­sen und denen der Pri­vat­wirt­schaft dar .

Das neue Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­setz schafft schließ­lich die Rechts­grund­la­ge für die Ein­füh­rung einer „ein­heit­li­chen Wert­stoff­ton­ne“. Danach sol­len Haus­hal­te künf­tig Ver­pa­ckun­gen und sons­ti­ge Abfäl­le aus den glei­chen Mate­ria­li­en, also bei­spiels­wei­se aus Plas­tik oder Metall, in einer ein­heit­li­chen Wert­stoff­ton­ne ent­sor­gen kön­nen. Damit kön­nen die Wert­stof­fe aus dem Haus­müll erheb­lich ein­fa­cher, in bes­se­rer Qua­li­tät und in grö­ße­rer Men­ge erfasst wer­den. Die fach­li­chen Grund­la­gen für die Ein­füh­rung die­ser Wert­stoff­ton­ne wer­den der­zeit par­al­lel zur Novel­lie­rung des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes erar­bei­tet. Die kon­kre­ten recht­li­chen Rege­lun­gen sol­len danach in Form einer Ver­ord­nung oder gege­be­nen­falls in einem eigen­stän­di­gen Gesetz in einem geson­der­ten Ver­fah­re­nen ver­ab­schie­det wer­den. In die­sem Ver­fah­ren wird auch die Ent­schei­dung über die Trä­ger­schaft für die Wert­stoff­ton­ne erfol­gen.

Der Ent­wurf zur Novel­le des Kreis­lauf­wirt­schafts­ge­set­zes wird nun dem Bun­des­rat und danach dem Deut­schen Bun­des­tag zuge­lei­tet. Das Gesetz bedarf der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes.