Schall­schutz beim Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg – und die Lüf­tungs­pla­nung

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat die beklag­te Flug­ha­fen­ge­sell­schaft Ber­lin Bran­den­burg GmbH ver­ur­teilt, bei der Umset­zung des Schall­schutz­pro­gramms für ein im Nacht­schutz­be­reich gele­ge­nes Grund­stück vor dem Ein­bau von Zuluft­ge­rä­ten (Lüf­tern) eine Lüf­tungs­pla­nung vor­zu­neh­men.

Schall­schutz beim Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg – und die Lüf­tungs­pla­nung

Die kla­gen­de Gemein­de ist Eigen­tü­me­rin eines mit einem Ein­fa­mi­li­en­haus bebau­ten Grund­stücks im nähe­ren Umfeld des neu­en Flug­ha­fens Ber­lin Bran­den­burg. Sie hat für das im Nacht­schutz­be­reich lie­gen­de Ein­fa­mi­li­en­haus nach dem Plan­fest­stel­lungs­be­schluss einen Anspruch auf geeig­ne­te Belüf­tungs­ein­rich­tun­gen, weil aus Lärm­schutz­grün­den eine aus­rei­chen­de Belüf­tung durch gekipp­te Fens­ter in den zum Schla­fen genutz­ten Räu­men nicht zumut­bar ist. Die von der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft bis­lang ange­bo­te­nen Zuluft­ge­rä­te stel­len zwar sicher, dass in die Schlaf­räu­me nachts aus­rei­chend Luft zuge­führt wird. Nach den hier maß­geb­li­chen all­ge­mein aner­kann­ten Regeln der Tech­nik ist es dar­über hin­aus aber auch erfor­der­lich, bereits vor dem Ein­bau der Zuluft­ge­rä­te zu pla­nen, wie die zuge­führ­te Luft in der Nacht­zeit nut­zer­un­ab­hän­gig wie­der aus dem Wohn­ge­bäu­de abge­führt wird. Das ent­spricht auch den Vor­ga­ben der bau­auf­sicht­li­chen Zulas­sung für die von der Flug­ha­fen­ge­sell­schaft ver­wen­de­ten Zuluft­ge­rä­te. Auf die­se Wei­se kann auch sicher­ge­stellt wer­den, dass durch Abluft­füh­run­gen wie Außen­luft­durch­läs­se die Ein­hal­tung der plan­fest­ge­stell­ten Schall­schutz­zie­le nicht gefähr­det wird.

Bei der Lüf­tungs­pla­nung ist zudem zu berück­sich­ti­gen, dass die Luft­wech­sel­ra­te nach der sog. Nenn­lüf­tung erfol­gen muss, also rela­tiv hoch sein muss, um die Raum­luft­hy­gie­ne in den Schlaf­räu­men sicher­zu­stel­len. Die Klä­ge­rin hat jedoch kei­ne dar­über hin­aus­ge­hen­den Ansprü­che auf Lüf­tungs­sys­te­me nach den Vor­ga­ben der von der Plan­fest­stel­lung in Bezug genom­me­nen DIN-Nor­men.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 3. Mai 2016 – OVG 6 A 31.14