Stre­cken­be­zo­ge­ne Fahr­ver­bo­te in Bonn

Die Stadt Bonn muss ab April 2019 auf den bei­den wohl meist­be­fah­rens­ten Innen­stadt-Stra­ßen stre­cken­be­zo­ge­ne Fahr­ver­bo­te ein­füh­ren.

Stre­cken­be­zo­ge­ne Fahr­ver­bo­te in Bonn

Dies betrifft auf der Stra­ße Bel­der­berg Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge mit Euro‑4/IV-Moto­ren und älter sowie Ben­zi­ner der Klas­sen Euro 1 bis 3.

Auf der Reu­ter­stra­ße muss das Fahr­ver­bot für Die­sel­kraft­fahr­zeu­ge mit Euro‑5/​V‑Motoren und Ben­zi­ner der Klas­sen Euro 1 und 2 erfas­sen. Zudem muss die städ­ti­sche Bus­flot­te im Hin­blick auf die Immis­si­ons­si­tua­ti­on am Bel­der­berg zeit­nah mit SCRT-Fil­tern nach­ge­rüs­tet wer­den.

Die kla­gen­de Deut­sche Umwelt­hil­fe begehr­te die Ände­rung des Luft­rein­hal­te­plans von Bonn dahin­ge­hend, dass der Grenz­wert für Stick­stoff­di­oxid in Höhe von 40 Mikro­gramm pro Kubik­me­ter (µg/​m³) ein­ge­hal­ten wird. Sie ist der Auf­fas­sung, der Grenz­wert kön­ne nur durch eine rasche Umset­zung kurz­fris­tig wirk­sa­mer Maß­nah­men wie Fahr­ver­bo­te ins­be­son­de­re für schmut­zi­ge Die­sel­fahr­zeu­ge ein­ge­hal­ten wer­den. Die Luft­ver­schmut­zung durch Stick­oxi­de kön­ne dazu füh­ren, dass etwa Atem­wegs- und Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen aus­ge­löst oder ver­schlim­mert wür­den. Ziel des Luft­rein­hal­te­plans müs­se es sein, den Grenz­wert für Stick­stoff­di­oxid auf Dau­er ein­zu­hal­ten. Die Stadt Bonn hat das Ziel nicht erreicht. Der Jah­res­mit­tel­wert lag auf der Reu­ter­stra­ße 2017 bei 47 µg/​m³ und am Bel­der­berg 2016 bei 42 µg/​m³.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln hat jetzt das Land Nord­rhein-West­fa­len ver­pflich­tet, bis zum 1. April 2019 den Luft­rein­hal­te­plan für die Stadt Bonn zu ergän­zen:

Der der­zeit gül­ti­ge Luft­rein­hal­te­plan von Juni 2012 sehe kei­ne aus­rei­chen­den Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Luft­si­tua­ti­on vor, befand das Ver­wal­tungs­ge­richt, um den Grenz­wert ein­zu­hal­ten. Dies gel­te auch für den Ent­wurf einer Fort­schrei­bung des Luft­rein­hal­te­plans, der seit dem 15. Okto­ber 2018 offen lie­ge. Unter Berück­sich­ti­gung des Pla­nungs­er­mes­sens des beklag­ten Lan­des hat sich das Ver­wal­tungs­ge­richt dar­auf beschränkt, neben den bereits vor­ge­se­he­nen Pla­nun­gen die bei­den stre­cken­be­zo­ge­nen Fahr­ver­bo­te sowie die Nach­rüs­tung als Maß­nah­men zu benen­nen, die es für unver­zicht­bar in dem fort­zu­schrei­ben­den Luft­rein­hal­te­plan hält. Ange­sichts der hohen Grenz­wert­über­schrei­tung im Stadt­ge­biet Bonn sei ins­be­son­de­re die Ein­füh­rung stre­cken­be­zo­ge­ner Fahr­ver­bo­te für die Reu­ter­stra­ße und den Bel­der­berg not­wen­dig.

Das Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln ist noch nicht rechts­kräf­tig. Gegen das Urteil kann Beru­fung ein­ge­legt wer­den, über die dann das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter ent­schei­den muss.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urteil vom 8. Novem­ber 2018 – 13 K 6682/​15