Übungs­dör­fer auf Trup­pen­übungs­platz

Der Bau von zusätz­li­chen Übungs­dör­fern auf dem von der Bri­ti­schen Rhein­ar­mee genutz­ten Trup­pen­übungs­platz Sen­ne lässt kei­ne erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen der Fau­na und Flo­ra durch das Vor­ha­ben erwar­ten. Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den die Kla­ge des Natur­schutz­bun­des Nord­rhein-West­fa­len gegen die Geneh­mi­gung von zusätz­li­chen Übungs­dör­fern auf dem Trup­pen­übungs­platz Sen­ne abge­wie­sen. Dar­über hin­aus ist die Kla­ge auch unzu­läs­sig, weil der Natur­schutz­bund Nord­rhein-West­fa­len nicht kla­ge­be­fugt ist. Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Ver­bands­kla­ge lie­gen nicht vor.

Übungs­dör­fer auf Trup­pen­übungs­platz

Der Trup­pen­übungs­platz Sen­ne befin­det sich in einem Euro­päi­schen Vogel­schutz­ge­biet und in einem FFH-Gebiet. Der Klä­ger hat­te im Wesent­li­chen gerügt, die Geneh­mi­gung stüt­ze sich auf eine in mehr­fa­cher Hin­sicht feh­ler­haf­te Prü­fung der Ver­träg­lich­keit des Pro­jek­tes mit den auf dem Trup­pen­übungs­platz vor­han­de­nen und geschütz­ten Lebens­räu­men und Arten. Ent­ge­gen dem Ergeb­nis des von der bei­ge­la­de­nen Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land als Vor­ha­ben­trä­ge­rin in Auf­trag gege­be­nen Ver­träg­lich­keits­gut­ach­tens wür­den die Maß­nah­men zu erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des FFH- und des Vogel­schutz­ge­bie­tes füh­ren.

Die­se Auf­fas­sung teil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt nicht. Die durch­ge­führ­te Ver­träg­lich­keits­prü­fung hat das im betrof­fe­nen Bereich vor­han­de­ne Lebens­raum- und Arten­spek­trum aus­rei­chend erfasst und die Aus­wir­kun­gen des Vor­ha­bens auf die ein­zel­nen Lebens­raum­ty­pen und Arten zutref­fend beur­teilt. Der Trup­pen­übungs­platz Sen­ne wird seit Jahr­zehn­ten als Schieß- und Übungs­platz genutzt, und die­se Nut­zung hat nach Auf­fas­sung von Fach­leu­ten die Ent­ste­hung der heu­te schüt­zens­wer­ten viel­fäl­ti­gen Fau­na und Flo­ra nicht nur nicht behin­dert, son­dern sogar begüns­tigt. Durch die jetzt geplan­ten Maß­nah­men wer­den nicht ein­mal 0,1 % des geschütz­ten Gebie­tes berührt. Im Ergeb­nis sei der Beklag­te des­halb zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen durch das Vor­ha­ben nicht zu erwar­ten sind.

Der beklag­te Kreis Güters­loh hat­te die­ses Vor­ha­ben bereits am 18. Febru­ar 2010 geneh­migt; die ent­spre­chen­den Bau­maß­nah­men sind inzwi­schen zumin­dest weit­ge­hend abge­schlos­sen, nach­dem ein Eil­an­trag des Klä­gers vom Gericht im April 2010 abge­lehnt wor­den war.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urteil vom 26. Okto­ber 2011 – 11 K 606/​10