Uni­ons­recht­lich begrün­de­ter Abschie­bungs­schutz

Sowohl bei dem sub­si­diä­ren uni­ons­recht­li­chen Abschie­bungs­schutz auf der Grund­la­ge der Abschie­bungs­ver­bo­te nach § 60 Abs. 2, 3 oder 7 Satz 2 Auf­en­thG als auch bei dem natio­na­len Abschie­bungs­schutz auf der Grund­la­ge der Abschie­bungs­ver­bo­te nach § 60 Abs. 5 oder 7 Satz 1 Auf­en­thG han­delt es sich jeweils um einen ein­heit­li­chen, in sich nicht wei­ter teil­ba­ren Streit­ge­gen­stand.

Uni­ons­recht­lich begrün­de­ter Abschie­bungs­schutz

Da der uni­ons­recht­li­che Abschie­bungs­schutz wei­ter­ge­hen­den Schutz bie­tet, ist über ihn vor­ran­gig vor dem natio­na­len Abschie­bungs­schutz zu ent­schei­den.

Mit Inkraft­tre­ten des Richt­li­ni­en­um­set­zungs­ge­set­zes ist der uni­ons­recht­li­che Abschie­bungs­schutz in Über­gangs­fäl­len, in denen das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge über die Zuer­ken­nung von Abschie­bungs­schutz nach § 60 Abs. 2 bis 7 Auf­en­thG a.F. ent­schie­den hat und hier­ge­gen Kla­ge erho­ben wur­de, im gericht­li­chen Ver­fah­ren ange­wach­sen ((Fort­füh­rung der BVerwG-Recht­spre­chung; vgl. BVerwG, Urteil vom 29. Juni 2010 – 10 C 10.09, BVerw­GE 137, 226).

In die­sen Über­gangs­fäl­len schei­det der so ange­wach­se­ne uni­ons­recht­li­che Abschie­bungs­schutz aus dem gericht­li­chen Ver­fah­ren nur dann wie­der aus, wenn er rechts­kräf­tig abge­schich­tet wor­den ist, d.h. wenn nach erkenn­ba­rer Sach­prü­fung der ent­spre­chen­den Anspruchs­grund­la­gen über alle uni­ons­recht­li­chen Abschie­bungs­ver­bo­te ent­schie­den wor­den ist und der unter­le­ge­ne Ver­fah­rens­be­tei­lig­te dies unan­ge­foch­ten lässt.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 8. Sep­tem­ber 2011 – 10 C 14.10