Uni­ons­recht­li­che Staats­haf­tung – und das unter­blie­be­ne Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen

Die Grund­sät­ze, die in Bezug auf die Offen­kun­dig­keit eines Rechts­ver­sto­ßes als Vor­aus­set­zung der uni­ons­recht­li­chen Staats­haf­tung für judi­ka­ti­ves Unrecht gel­ten, sind durch die Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on hin­rei­chend geklärt 1.

Uni­ons­recht­li­che Staats­haf­tung – und das unter­blie­be­ne Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen

Nach die­sen Grund­sät­zen liegt ein offen­kun­di­ger Rechts­ver­stoß nicht stets, das heißt ohne Rück­sicht auf das Maß an Klar­heit und Prä­zi­si­on der ver­letz­ten Vor­schrift, vor, wenn ein Gericht ein­schlä­gi­ge Nor­men und Grund­sät­ze des Uni­ons­rechts uner­wähnt lässt und – in Fol­ge der man­geln­den Erkennt­nis des Uni­ons­rechts – ein gemäß Art. 267 AEUV erfor­der­li­ches Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen an den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nicht in Betracht zieht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Janu­ar 2016 – III ZR 230/​15

  1. vgl. EuGH, Urtei­le vom 30.09.2003 – C224/​01 – Köb­ler, Slg. 2003, I10290; und vom 13.06.2006 – C173/​03 – Tra­ghet­ti del Medi­ter­ra­neo, Slg. 2006, I5204