Unter­sa­gung des Han­dels mit Bal­kan-Hun­den

Die Kreis­ver­wal­tung Ahr­wei­ler unter­sagt der Antrag­stel­le­rin mit Bescheid vom 9. August 2011 den gewerbs­mä­ßi­gen Hun­de­han­del sowie den gewerbs­mä­ßi­gen Han­del mit aus EG-Län­dern ver­brach­ten bzw. aus Dritt­län­dern ein­ge­führ­ten Hun­den. Anlass waren meh­re­re Kon­trol­len der Hun­de­hal­tung der Antrag­stel­le­rin durch das Vete­ri­när­amt der Kreis­ver­wal­tung Ahr­wei­ler zwi­schen Juli 2010 und August 2011, wobei neben eige­nen Tie­ren der Antrag­stel­le­rin bis zu 14 aus Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en und Rumä­ni­en stam­men­de Hun­de vor­ge­fun­den wur­den. Neben der Unter­sa­gung wur­de sie auf­ge­for­dert, die von ihr impor­tier­ten Hun­de abzu­ge­ben. Zugleich wur­de die sofor­ti­ge Voll­zie­hung der Maß­nah­men ange­ord­net und für den Fall nicht frist­ge­rech­ter Abga­be der Tie­re deren Weg­nah­me ange­droht. Zur Begrün­dung führ­te die Ver­wal­tung aus, dass die Antrag­stel­le­rin die Tie­re zu Ver­mitt­lungs­zwe­cken im Rah­men ihrer Mit­ar­beit bei einem kroa­ti­schen Tier­schutz­ver­ein gewerbs­mä­ßig ein­ge­führt habe. In einem Online-Anzei­gen­por­tal habe sie allein im Juli 2010 ins­ge­samt 39 Hun­de zu Prei­sen zwi­schen 150,– € und 350,– € je Tier unter ihrem Namen und ihrer Tele­fon­num­mer annon­ciert. Daher sei von einem gewerbs­mä­ßi­gen Hun­de­han­del aus­zu­ge­hen, für den die Antrag­stel­le­rin kei­ne Erlaub­nis habe.

Unter­sa­gung des Han­dels mit Bal­kan-Hun­den

Die Antrag­stel­le­rin bean­tragt nun­mehr im Rah­men eines Eil­an­tra­ges vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, die auf­schie­ben­de Wir­kung ihres Wider­spruchs gegen den Bescheid vom 9. August 2011 wie­der­her­zu­stel­len. Sie betrei­be kei­nen gewerb­li­chen Hun­de­im­port. Die Tie­re bezie­he sie teils aus Tier­hei­men und teils von Drit­ten, die gequäl­te Hun­de aus Grün­den des Tier­schut­zes nach Deutsch­land ver­brin­gen wür­den. Mit der Ein­fuhr die­ser Tie­re habe sie nichts zu tun. Sie ver­mitt­le die­se ledig­lich in gute Hän­de und erhe­be dafür eine nicht ein­mal ihre eige­nen Kos­ten decken­de Schutz­ge­bühr; eine Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht bestehe nicht.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat den Antrag auf einst­wei­li­gen Rechts­schutz abge­lehnt. Der ange­grif­fe­ne Bescheid vom 9. August 2011 stel­le sich bei der in Eil­ver­fah­ren allein mög­li­chen und gebo­te­nen sum­ma­ri­schen Prü­fung als offen­sicht­lich recht­mä­ßig dar. Vor­lie­gend spre­che bereits der Umfang der Ab- bzw. Wei­ter­ga­be von Tie­ren, wie er sich aus den von der Ver­wal­tung doku­men­tier­ten Anzei­gen der Antrag­stel­le­rin in einem Online-Anzei­gen­por­tal erge­be, für einen gewerbs­mä­ßi­gen Han­del. Zudem bewe­ge sich die von der Antrag­stel­le­rin für eine Abga­be ver­lang­te „Schutz­ge­bühr“ durch­aus in der Grö­ßen­ord­nung der Prei­se für ver­gleich­ba­re Hun­de in Inter­net- und Zei­tungs­an­zei­gen. Über­dies las­se die Anzahl der bei ver­schie­de­nen Kon­trol­len vor­ge­fun­de­nen Tie­re aus Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en und Rumä­ni­en auf einen gewerbs­mä­ßi­gen Hun­de­han­del schlie­ßen. Dem ste­he vor­lie­gend weder das Feh­len einer Gewer­be­an­mel­dung noch der Umstand ent­ge­gen, dass die Tätig­keit mög­li­cher­wei­se zumin­dest auch aus Tier­lie­be oder Mit­leid mit miss­han­del­ten Hun­den aus­ge­übt wer­de. Auf eine tat­säch­li­che Gewinn­erzie­lung kom­me es eben­falls nicht an. Da die Antrag­stel­le­rin nach alle­dem einen gewerb­li­chen Han­del ohne die hier­für erfor­der­li­che tier­schutz­recht­li­che Geneh­mi­gung betrei­be, sei ihr die­ser im Regel­fall – und so auch hier – zu unter­sa­gen. Auch müs­se sie die 14 mut­maß­lich aus Slo­we­ni­en, Kroa­ti­en und Rumä­ni­en impor­tier­ten Tie­re abge­ben; dies sol­le den unkon­trol­lier­ten Durch­lauf von Hun­den im Bestand der Antrag­stel­le­rin ver­hin­dern und sei zur Durch­set­zung der Unter­sa­gung des gewerb­li­chen Hun­de­han­dels erfor­der­lich.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 7. Sep­tem­ber 2011 – 2 L 760/​11.KO