Urteils­ver­fas­sungs­be­schwer­de – und ihre Begründung

Eine § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genü­gen­de Begrün­dung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de setzt vor­aus, dass der die Rechts­ver­let­zung ent­hal­ten­de Vor­gang sub­stan­ti­iert und schlüs­sig vor­ge­tra­gen wird [1]. Bei einer gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de hat der Beschwer­de­füh­rer sich mit die­ser inhalt­lich aus­ein­an­der­zu­set­zen [2].

Urteils­ver­fas­sungs­be­schwer­de – und ihre Begründung

Es muss deut­lich wer­den, inwie­weit durch die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me das bezeich­ne­te Grund­recht ver­letzt sein soll [3]. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Bezug ist unter Rück­griff auf die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be her­zu­stel­len [4].

Zur Sub­stan­ti­ie­rung kann außer­dem die Vor­la­ge von Doku­men­ten erfor­der­lich sein, damit dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Prü­fung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ohne wei­te­re Ermitt­lun­gen mög­lich ist [5].

Dem­entspre­chend kann sich das Erfor­der­nis der Vor­la­ge ange­grif­fe­ner Ent­schei­dun­gen, vor­in­stanz­li­cher Ent­schei­dun­gen, gericht­li­cher Schrei­ben, Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten, in Bezug genom­me­ner Anla­gen sowie von Schrift­sät­zen, Anträ­gen und Stel­lung­nah­men sämt­li­cher Betei­lig­ter ergeben.

Zu beach­ten ist, dass eine bloß pau­scha­le Bezug­nah­me auf die­se Doku­men­te nicht aus­reicht [6].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Sep­tem­ber 2020 – 2 BvR 556/​18

  1. vgl. BVerfGE 81, 208 <214> 89, 155 <171> 99, 84 <87> 108, 370 <386 f.> 113, 29 <44>[]
  2. vgl. BVerfGE 82, 43 <49> 86, 122 <127> 88, 40 <45> 105, 252 <264>[]
  3. vgl. BVerfGE 78, 320 <329> 99, 84 <87> 115, 166 <179 f.>[]
  4. vgl. BVerfGE 77, 170 <214 ff.> 99, 84 <87> 101, 331 <345 f.> 123, 186 <234>[]
  5. vgl. BVerfGE 93, 266 <288>[]
  6. vgl. BVerfGE 80, 257 <263> 83, 216 <228>[]

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