Ver­bes­se­rung von schu­li­schen Leis­tun­gen

Ein Schü­ler, der in zwei (oder mehr) Fächern die Note "Man­gel­haft" als Zeug­nis­no­te erhält, kann nur dann ver­setzt wer­den, wenn alle die­se Noten aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen. Maß­geb­lich für die Ver­set­zungs­ent­schei­dung ist nicht der Noten­durch­schnitt, son­dern die Anzahl der Fächer mit nicht aus­rei­chen­den Leis­tun­gen.

Ver­bes­se­rung von schu­li­schen Leis­tun­gen

Kampf um die Ver­set­zung

Verbesserung von schulischen LeistungenSo hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz 1 in einem einst­wei­li­gen Anord­nungs­ver­fah­ren ent­schie­den und den Antrag auf Ver­set­zung eines Schü­lers abge­lehnt. Den Antrag hat ein Main­zer Gym­na­si­al­schü­ler gestellt. Grund war die Beno­tung im Jah­res­zeug­nis der Klas­sen­stu­fe 7: In zwei Fächern hat­te er die Note "man­gel­haft" erhal­ten. Nur eine davon konn­te er nach der ein­schlä­gi­gen Rechts­ver­ord­nung durch die Note "befrie­di­gend" in zwei ande­ren Fächern aus­glei­chen. Des­halb wur­de er nicht ver­setzt. Damit war der Schü­ler nicht ein­ver­stan­den und woll­te mit sei­nem Antrag beim Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz sei­ne einst­wei­li­ge Zulas­sung zur Klas­sen­stu­fe 8 errei­chen. Nach sei­ner Mei­nung konn­te er ein "man­gel­haft" aus­glei­chen, so dass nur ein "man­gel­haft" übrig blie­be. Damit müss­te er genau­so ver­setzt wer­den wie ein Schü­ler, der nur ein­mal die Note "man­gel­haft" im Zeug­nis hat und damit nach der Rechts­ver­ord­nung zu ver­set­zen ist. Außer­dem könn­te ein Schü­ler mit zwei Noten "man­gel­haft", der eine davon aus­glei­chen kann, einen deut­lich bes­se­ren Gesamt­no­ten­durch­schnitt haben als ein Schü­ler mit nur ein­mal "man­gel­haft" im Zeug­nis.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz auf § 66 ÜSchulO (Schul­ord­nung für die öffent­li­chen Real­schu­len plus, Inte­grier­ten Gesamt­schu­len, Gym­na­si­en, Kol­legs und Abend­gym­na­si­en [Über­grei­fen­de Schul­ord­nung] des Lan­des Rhein­land-Pfalz vom 12. Juni 2009 2 des Lan­des Rhein­land-Pfalz Bezug genom­men, nach der unmiss­ver­ständ­lich gere­gelt ist, dass eine Ver­set­zung bei zwei (oder mehr) unter "aus­rei­chend" lie­gen­den Zeug­nis­no­ten eine Ver­set­zung nur erfolgt, wenn alle die­se Noten aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen. Denn ein Schü­ler mit unzu­rei­chen­den Leis­tun­gen in zwei oder mehr Fächern habe nach Auf­fas­sung des Gerichts allen­falls dann die Kapa­zi­tät, die fol­gen­de Klas­sen­stu­fe erfolg­ver­spre­chend zu durch­lau­fen, wenn er durch sei­ne guten Noten in ande­ren Fächern genü­gend Leis­tungs­re­ser­ven hat, um sei­ne Män­gel in den Fächern mit unzu­rei­chen­der Leis­tung behe­ben zu kön­nen 3.

Dabei sei es irrele­vant, dass ein Schü­ler mit nur einer Note "man­gel­haft" einen schlech­te­ren Gesamt­no­ten­durch­schnitt haben kön­ne als ein Schü­ler mit meh­re­ren als "man­gel­haft" bewer­te­ten Leis­tun­gen und im Gegen­satz zu Letz­te­rem, ver­setzt wer­de. Ent­schei­dend sei die Anzahl der Fächer mit nicht aus­rei­chen­den Leis­tun­gen für eine Ver­set­zung und nicht der Noten­durch­schnitt.

Aus die­sen Grün­den ist der Antrag des Schü­lers vom Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz abge­lehnt wor­den. Die Ent­schei­dung der Schu­le, den Schü­ler nicht in die nächs­te Klas­sen­stu­fe zu ver­set­zen, ist recht­mä­ßig gewe­sen.

Ver­bes­se­rung der Noten

Das Jah­res­zeug­nis spie­gelt letzt­end­lich die Leis­tung eines Schü­lers über den Zeit­raum des ver­gan­ge­nen Schul­jah­res wie­der. Im Fal­le des Main­zer Gym­na­si­al­schü­lers wäre es sinn­vol­ler gewe­sen, bereits wäh­rend des Schul­jah­res aktiv zu wer­den, damit er sein Ziel – die Ver­set­zung – erreicht. Die schu­li­sche Leis­tun­gen müs­sen dazu früh­zei­tig gestei­gert wer­den. Das kann durch unter­schied­lichs­te Maß­nah­men gesche­hen, die nicht immer zum gewünsch­ten Erfolg füh­ren:

Bes­se­re Leis­tung durch Aus­wen­dig­ler­nen

So kann der bei einer Prü­fung wie­der­ge­ge­be­ne aus­wen­dig gelern­te Text einer Übungs­klau­sur die Beno­tung mit "6" nach­sich­zie­hen, wenn damit die den Schü­lern bekann­ten Vor­ga­ben der Schu­le nicht erfüllt wer­den. Wie das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in einem Fall ent­schie­den hat, ist gegen eine sol­che Bewer­tung nichts ein­zu­wen­den 4.

Bes­se­re Leis­tung durch Nach­hil­fe

Verbesserung von schulischen Leistungen
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Erfolg­ver­spre­chen­der ist da eine früh­zei­ti­ge, inten­si­ve Nach­hil­fe, die den schu­li­schen Stoff dem jewei­li­gen Schü­ler noch ein­mal näher bringt und ver­ständ­lich macht. Dabei ist es nicht unbe­dingt not­wen­dig, dass der Nach­hil­fe­leh­rer zu sei­nem Schü­ler kommt bzw. die­ser zu ihm. Mit Hil­fe des Inter­nets ist es auch mög­lich, über Sky­pe mit­ein­an­der zu arbei­ten, wie es z.B. bei Preply.com ange­bo­ten wird. Um eine gute Nach­hil­fe fin­den zu kön­nen, steht hier die gesam­te ver­netz­te Welt mit sei­nen Nach­hil­fe­leh­rern zur Ver­fü­gung.

Kos­ten der Nach­hil­fe

Eine gute Nach­hil­fe ist sel­ten umsonst. Bei der Suche über das Inter­net ist es mög­lich, auch den finan­zi­el­len Rah­men fest­zu­le­gen. Mit Hil­fe der Such­fil­ter kann jeder die Nach­hil­fe fin­den, die er bereit ist, zu bezah­len.

Dar­über hin­aus muss kei­ner auf Nach­hil­fe ver­zich­ten, der ledig­lich gerin­ge finan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung hat. So hat ein Hartz-IV-Emp­fän­ger Anspruch auf ergän­zen­de Lern­för­de­rung, um die nach den schu­li­schen Bestim­mun­gen fest­ge­leg­ten wesent­li­chen Lern­zie­le zu errei­chen. Vor­aus­set­zung dafür ist nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts die Gefähr­dung der Ver­set­zung in die nächs­te Jahr­gangs­stu­fe oder ein ledig­lich aus­rei­chen­des Leis­tungs­ni­veau. Lie­gen die Leis­tun­gen dage­gen im befrie­di­gen­den Bereich, ist eine ergän­zen­der Lern­för­de­rung nicht erfor­der­lich, um die wesent­li­chen Lern­zie­le zu errei­chen 5.

  1. VerwG Mainz, Beschluss vom 07.08.2008 – 6 L 654/​08.MZ[]
  2. GVBl. S. 224[]
  3. eben­so VerwG Mainz, Beschluss vom 12.08.2015 – 3 L 674/​15.MZ[]
  4. VerwG Gie­ßen, Urteil vom 03.07.2013 – 7 K 3318/​12.GI[]
  5. Hess. LSG, Urteil vom 13.01.2016 – L 9 AS 192/​14[]