Ver­bots­ver­fü­gung für einen "Moto­rad­club"

Ist ein Ver­ein in gewalt­tä­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit einer ande­ren Grup­pie­rung ver­wi­ckelt gewe­sen, kann es zu einem Ver­eins­ver­bot kom­men. Dass die­se Ereig­nis­se kei­ne straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lun­gen zur Fol­ge hat­ten, ist inso­weit uner­heb­lich.

Ver­bots­ver­fü­gung für einen

So das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men in dem hier vor­lie­gen­den Eil­ver­fah­ren, mit dem der Ver­ein "Mon­gols MC Bre­men" bean­tragt hat, das Ver­eins­ver­bot vor­läu­fig außer Voll­zug zu set­zen und die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge wie­der­her­zu­stel­len. Am 19. Mai 2011 hat der Sena­tor für Inne­res und Sport den Ver­ein unter Anord­nung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung mit der Begrün­dung ver­bo­ten, sein Zweck und sei­ne Tätig­keit lie­fen den Straf­ge­set­zen zuwi­der. Gegen die Ver­bots­ver­fü­gung hat der Ver­ein vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men Kla­ge erho­ben. Er weist die gegen ihn erho­be­nen Vor­wür­fe zurück. Bei dem Ver­ein han­de­le es sich um einen rei­nen Motor­rad­club. Im Mai 2013 hat der Ver­ein zusätz­lich in einem Eil­ver­fah­ren bean­tragt, das Ver­eins­ver­bot vor­läu­fig außer Voll­zug zu set­zen und die auf­schie­ben­de Wir­kung der Kla­ge wie­der­her­zu­stel­len.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Bre­men ist die Ver­bots­ver­fü­gung nach dem bis­he­ri­gen Erkennt­nis­stand recht­mä­ßig. Es begrün­det dies ins­be­son­de­re mit den Ereig­nis­sen am 7. Mai 2011 vor dem dama­li­gen Ver­eins­heim der Hells Angels am Dob­ben und am 13. Mai 2011 im Bereich Hankenstraße/​Faulenstraße. An bei­den Tagen sei es zu gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den ver­fein­de­ten Grup­pie­run­gen gekom­men, die der Ver­ein "Mon­gols MC Bre­men" sich zurech­nen las­sen müs­se. Dass bei­de Ereig­nis­se kei­ne straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lun­gen zur Fol­ge hat­ten, sei inso­weit uner­heb­lich, weil das Ver­eins­ver­bots­ver­fah­ren einem ande­ren Zweck die­ne als das Straf­ver­fah­ren.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Bre­men, Beschluss vom 6. Sep­tem­ber 2013 – 1 B 104/​13