Ver­fah­rens­man­gel bei der Beweis­wür­di­gung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sind die Grund­sät­ze der Beweis­wür­di­gung revi­si­ons­recht­lich regel­mä­ßig nicht dem Ver­fah­rens­recht, son­dern dem sach­li­chen Recht zuzu­ord­nen. Ein Ver­fah­rens­feh­ler kann aus­nahms­wei­se dann gege­ben sein, wenn die Beweis­wür­di­gung objek­tiv will­kür­lich ist, gegen die Denk­ge­set­ze ver­stößt oder einen all­ge­mei­nen Erfah­rungs­satz miss­ach­tet.

Ver­fah­rens­man­gel bei der Beweis­wür­di­gung

Ein Ver­fah­rens­man­gel bei der Beweis­wür­di­gung liegt aber nur dann vor, wenn sich der gerüg­te Feh­ler hin­rei­chend ein­deu­tig von der mate­ri­ell­recht­li­chen Sub­sum­ti­on, d.h. der kor­rek­ten Anwen­dung des sach­li­chen Rechts, abgren­zen lässt und der Tatrich­ter den ihm bei der Tat­sa­chen­fest­stel­lung durch den Grund­satz frei­er Beweis­wür­di­gung gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO eröff­ne­ten Wer­tungs­rah­men ver­las­sen hat [1].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 1. März 2016 – 1 B 30.16

  1. vgl. BVerwG, Beschluss vom 08.03.2012 – 10 B 2.12 – juris m.w.N.[]