Ver­fas­sugns­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

In der Begrün­dung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de haben die Beschwer­de­füh­rer dar­zu­le­gen, mit wel­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me kol­li­diert. Dazu müs­sen sie auf­zei­gen, inwie­weit eine Maß­nah­me die bezeich­ne­ten Grund­rech­te ver­let­zen soll 1. Liegt zu den mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf­ge­wor­fe­nen Ver­fas­sungs­fra­gen bereits Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vor, so ist der behaup­te­te Grund­rechts­ver­stoß in Aus­ein­an­der­set­zung mit den dar­in ent­wi­ckel­ten Maß­stä­ben zu begrün­den 2.

Ver­fas­sugns­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung – und die erfor­der­li­che Begrün­dung

Rich­tet sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­de gegen eine gericht­li­che Ent­schei­dung, bedarf es in der Regel einer ins Ein­zel­ne gehen­den argu­men­ta­ti­ven Aus­ein­an­der­set­zung mit der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung und deren kon­kre­ter Begrün­dung 3. Dabei ist auch dar­zu­le­gen, inwie­weit das bezeich­ne­te Grund­recht oder grund­rechts­glei­che Recht durch die ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung ver­letzt sein soll 4.

Zweck der Begrün­dungs­an­for­de­run­gen in § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG ist es, dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Mög­lich­keit zu eröff­nen, den Hoheits­akt ohne wei­te­re Ermitt­lun­gen einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Über­prü­fung zu unter­zie­hen. Dem Gericht soll eine zuver­läs­si­ge Grund­la­ge für die wei­te­re Behand­lung des Begeh­rens ver­schafft wer­den 5.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 24. Juli 2018 – 2 BvR 1961 – /​09

  1. vgl. BVerfGE 99, 84, 87; 120, 274, 298; 142, 234, 251 Rn. 28[]
  2. vgl. BVerfGE 99, 84, 87; 101, 331, 346; 123, 186, 234; 142, 234, 251 Rn. 28[]
  3. vgl. BVerfGE 88, 40, 45; 101, 331, 345; 105, 252, 264; BVerfG, Beschluss vom 21.04.2011 – 2 BvR 2978/​10 2; Beschluss vom 09.11.2017 – 1 BvR 1069/​14 28; stRspr[]
  4. vgl. BVerfGE 99, 84, 87; 130, 1, 21; 140, 229, 232 Rn. 9; BVerfG, Beschluss vom 09.11.2017 – 1 BvR 1069/​14 28; Beschluss vom 08.12 2017 – 2 BvR 2019/​17 17 f.; stRspr[]
  5. vgl. BVerfG, Beschluss vom 18.02.1999 – 1 BvR 1840/​98 7; Beschluss vom 01.07.2000 – 2 BvR 1894/​99 3; Beschluss vom 28.06.2014 – 1 BvR 1837/​12, NJW 2015, S. 1005, 1006 Rn. 10[]