Ver­fas­sungs­be­schwer­de einer Gemein­de – gegen die Ent­schei­dung eines Landesverfassungsgerichts

Eine Beschwer­de­füh­re­rin kann die Ver­let­zung der grund­rechts­glei­chen Gewähr­leis­tung des Art. 103 Abs. 1 GG nicht gel­tend machen, wenn sich ihre Rüge auf ein Ver­fah­ren eines Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richts bezieht, in dem eine lan­des­ver­fas­sungs­recht­li­che Strei­tig­keit in der Sache abschlie­ßend ent­schie­den wur­de1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de einer Gemein­de – gegen die Ent­schei­dung eines Landesverfassungsgerichts

In einem sol­chen Fall fehlt es an einer Antrags­be­rech­ti­gung gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG.

Soweit die Gemein­de eine Ver­let­zung von Art. 28 Abs. 2 GG rügt, steht der Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät nach Art. 93 Abs. 1 Nr. 4b GG, § 91 Satz 2 BVerfGG ent­ge­gen. Danach sind Ver­fas­sungs­be­schwer­den der Gemein­den und Gemein­de­ver­bän­de gegen ein Lan­des­ge­setz vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur inso­weit zuläs­sig, als nicht Beschwer­de beim Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt erho­ben wer­den kann.

Die Gemein­de hat hier die ihr vom Lan­des­recht durch § 51 VerfGGBbg eröff­ne­te Mög­lich­keit genutzt, § 17a in Ver­bin­dung mit § 9 Abs. 2 und Abs. 4 BbgFAG vor dem Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt anzu­grei­fen. Dass die lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Kon­trol­le kei­nen adäqua­ten Rechts­schutz im Hin­blick auf die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tungs­ga­ran­tie gemäß Art. 28 Abs. 2 GG gewäh­ren wür­de2, wird von ihr nicht sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen. Sie macht inso­weit ledig­lich gel­tend, ihr sei adäqua­ter Rechts­schutz im Hin­blick auf Art. 28 Abs. 2 GG ver­sagt wor­den, da die Ent­schei­dung des Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richts gegen Art. 103 Abs. 1 GG ver­sto­ße. In der Sache beschränkt sich ihr Vor­trag damit auf die Gel­tend­ma­chung eines angeb­li­chen Gehörsver­sto­ßes des Landesverfassungsgerichts.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2020 – 2 BvR 865/​15

  1. vgl. BVerfGE 96, 231 <242 ff.> BVerfG, Beschluss vom 25.03.2004 – 2 BvR 596/​01, Rn. 2 ff.[]
  2. vgl. BVerfGE 147, 185 <212 Rn. 50>[]

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