Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Erle­di­gung des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts

Grund­sätz­lich ent­fällt unter dem Gesichts­punkt der gegen­wär­ti­gen Beschwer die Beschwer­de­be­fug­nis grund­sätz­lich dann, wenn sich der den Beschwer­de­füh­rer belas­ten­de Hoheits­akt nach oder sogar schon vor Erhe­bung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de erle­digt 1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Erle­di­gung des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts

In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist jedoch aner­kannt, dass eine Erle­di­gung nicht zur Unzu­läs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de führt, wenn der gerüg­te Grund­rechts­ein­griff beson­ders schwer wiegt und ande­ren­falls die Klä­rung einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung unter­blie­be 2, die gegen­stands­los gewor­de­ne Maß­nah­me den Beschwer­de­füh­rer wei­ter­hin beein­träch­tigt 3 oder ein Reha­bi­li­ta­ti­ons­in­ter­es­se des Beschwer­de­füh­rers besteht 4.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 12. Juni 2018 – 2 BvR 1738/​122 BvR 646/​152 BvR 1068/​14 und 2 BvR 1395/​13

  1. vgl. Lenz/​Hansel, BVerfGG, 2. Aufl.2015, § 90 Rn. 331 f.[]
  2. vgl. BVerfGE 81, 138, 141 f.; 91, 125, 133; 98, 169, 198; 103, 44, 58[]
  3. vgl. BVerfGE 99, 129, 138[]
  4. vgl. auch BVerfG, Urteil vom 07.11.2017 – 2 BvE 2/​11 183; Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/Klein/­Be­th­ge, BVerfGG, § 90 Rn. 269a, Okto­ber 2013[]