Ver­fas­sungs­be­schwer­de – Monats­frist und Anhö­rungs­rü­ge

Eine erho­be­ne Anhö­rungs­rü­ge (§ 33a StPO) gehört nicht zum Rechts­weg und ist damit nicht geeig­net, die Frist zur Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de (§ 93 Abs. 1 BVerfGG) offen zu hal­ten, wenn sie von vorn­her­ein aus­sichts­los ist1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – Monats­frist und Anhö­rungs­rü­ge

Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn der Beschwer­de­füh­rer im Gewand der Anhö­rungs­rü­ge tat­säch­lich nur die Rich­tig­keit der Aus­füh­run­gen des Beschwer­de­ge­richts bean­stan­det.

Die Behaup­tung, das Gericht habe den vor­ge­tra­ge­nen tat­säch­li­chen Umstän­den nicht die rich­ti­ge Bedeu­tung für wei­te­re tat­säch­li­che oder recht­li­che Fol­ge­run­gen bei­gemes­sen, ver­mag grund­sätz­lich kei­nen Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG zu begrün­den2. Die Anhö­rungs­rü­ge dient nicht dazu, das Gericht unab­hän­gig vom Vor­lie­gen eines Gehörs­ver­sto­ßes zur Über­prü­fung einer dem Rechts­be­helfs­füh­rer ungüns­ti­gen Rechts­auf­fas­sung zu ver­an­las­sen3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 11. Sep­tem­ber 2015 – 2 BvR 1586/​15

  1. vgl. BVerfGE 5, 17, 19; 48, 341, 344; BVerfGK 7, 115, 116; 11, 203, 205 ff.; 20, 300, 302 ff.
  2. vgl. BVerfGK 11, 203, 207
  3. vgl. BVerfGK 7, 115, 116; 13, 480, 481 f.; 20, 300, 303 f.