Ver­fas­sungs­be­schwer­de – per Tele­fax ohne Anla­gen vor­ab

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist inner­halb der ein­mo­na­ti­gen Frist nach Zugang der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung nicht nur ein­zu­le­gen, son­dern auch zu begrün­den (vgl. § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG).

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – per Tele­fax ohne Anla­gen vor­ab

Daher muss die inner­halb der Frist vor­ge­leg­te Begrün­dung den inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genü­gen. Dazu gehört die frist­ge­rech­te Vor­la­ge aller für die Beur­tei­lung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de not­wen­di­gen Unter­la­gen oder die Wie­der­ga­be deren wesent­li­chen Inhalts 1.

Die­sem Erfor­der­nis genügt eine per Fax ein­ge­gan­ge­ne Beschwer­de­schrift nicht, der kei­ne Anla­gen und damit ins­be­son­de­re kei­ne Ablich­tun­gen der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen bei­gefügt waren. Die Vor­la­ge die­ser Unter­la­gen ist nur dann ent­behr­lich, wenn ihr Inhalt der­art in der Ver­fas­sungs­be­schwer­de­schrift mit­ge­teilt wur­de, dass auch ohne sie eine ver­fas­sungs­recht­li­che Beur­tei­lung der ange­grif­fe­nen Hoheits­ak­te mög­lich wäre.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Juli 2019 – 1 BvR 1458/​19

  1. vgl. BVerfGE 88, 40, 45; 93, 266, 288; Beschluss vom 30.08.2017 – 1 BvR 1125/​17; stRspr[]
  2. AG Ful­da, Beschluss vom 04.07.2019 – 88 XIV 312/​19 L, 88 XIV 313/​19 L[]