Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und das Rechts­schutz­in­ter­es­se

Die Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de setzt vor­aus, dass noch im Zeit­punkt der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung ein Bedürf­nis für die Auf­he­bung des ange­grif­fe­nen Hoheits­akts oder zumin­dest für die Fest­stel­lung sei­ner Ver­fas­sungs­wid­rig­keit besteht 1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und das Rechts­schutz­in­ter­es­se

Hat sich das mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ursprüng­lich ver­folg­te Begeh­ren erle­digt, kann zwar aus­nahms­wei­se den­noch ein Rechts­schutz­be­dürf­nis fort­be­stehen. Dies ist etwa der Fall, wenn ande­ren­falls die Klä­rung einer ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­ge von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung unter­blie­be und ein schwer­wie­gen­der Grund­rechts­ein­griff gerügt wird, wenn eine Wie­der­ho­lungs­ge­fahr besteht oder wenn die gegen­stands­los gewor­de­ne Maß­nah­me den Beschwer­de­füh­rer wei­ter beein­träch­tigt 2.

Für die Annah­me einer Wie­der­ho­lungs­ge­fahr müss­te eine Wie­der­ho­lung des gerüg­ten Grund­rechts­ver­sto­ßes kon­kret zu besor­gen sein 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 3. Juli 2015 – 1 BvR 2405/​11

  1. vgl. BVerfGE 50, 244, 247; stRspr[]
  2. vgl. BVerfGE 33, 247, 257 f.; 50, 244, 248; 96, 27, 40; 104, 220, 232 f.; 119, 309, 317 f.; BVerfG, Beschluss vom 04.11.2010 – 1 BvR 661/​06; stRspr[]
  3. vgl. BVerfGK 12, 378, 379; BVerfG, Beschluss vom 04.11.2010 – 1 BvR 3389/​08; Beschluss vom 02.03.2011 – 2 BvR 576/​09[]

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