Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Miss­brauchs­ge­bühr

Die Erhe­bung einer Miss­brauchs­ge­bühr beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG. Danach kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Gebühr bis zu 2.600 € auf­er­le­gen, wenn die Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de einen Miss­brauch dar­stellt.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die Miss­brauchs­ge­bühr

Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung des­halb von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss 1.

So ver­hielt es sich nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist ange­sichts der man­geln­den Rechts­weg­er­schöp­fung und der erheb­li­chen Begrün­dungs­män­gel offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Die völ­li­ge Aus­sichts­lo­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de, die mit der Fort­gel­tung von Besat­zungs­recht argu­men­tiert, war von jedem Ein­sich­ti­gen zu erken­nen. Die Ein­sicht konn­te umso mehr erwar­tet wer­den, als die Beschwer­de­füh­re­rin über die Vor­aus­set­zun­gen der Zuläs­sig­keit einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de bereits mehr­fach in vor­aus­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren belehrt wor­den ist. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben durch für jeder­mann erkenn­bar unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­den gehin­dert zu wer­den, wodurch ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 1. Febru­ar 2018 – 1 BvR 2452/​17

  1. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94 <97>; 14, 468 <470>; stRspr[]
  2. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94 <97> m.w.N.; stRspr[]