Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die ver­fris­te­te Anhö­rungs­rü­ge

Zwar gebie­tet es der Grund­satz der Rechts­weg­er­schöp­fung grund­sätz­lich, dass der Rechts­weg unter Ein­hal­tung der im Pro­zess­recht sta­tu­ier­ten Fris­ten beschrit­ten wur­de. Die ver­fris­te­te Ein­le­gung eines zum Rechts­weg gehö­ren­den Rechts­be­helfs kann dem Beschwer­de­füh­rer jedoch dann nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den, wenn sich das Fach­ge­richt mit dem Rechts­be­helf in der Sache aus­ein­an­der­ge­setzt hat 1.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und die ver­fris­te­te Anhö­rungs­rü­ge

So auch in der hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für zuläs­sig erach­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de: Die Anhö­rungs­rü­ge wur­de hier erst nach Ablauf der Zwei-Wochen­frist des § 152a Abs. 2 VwGO erho­ben. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat die Anhö­rungs­rü­ge jedoch ent­schie­den, ohne auf ihre Ver­fris­tung ein­zu­ge­hen, so dass der Zweck des Gebots der Rechts­weg­er­schöp­fung erreicht wur­de, den Fach­ge­rich­ten die Mög­lich­keit zu geben, Ver­fas­sungs­ver­stö­ße zu kor­ri­gie­ren.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 29. August 2017 – 2 BvR 863/​17

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 28.11.2013 – 2 BvR 2784/​1219; BVerfGK 13, 409, 415, für den Fall von hilfs­wei­sen Aus­füh­run­gen in der Sache; Burkiczak/​Henke, BVerfGG, 2015, § 90 Rn. 169[]