Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und ihre Begrün­dung

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt den aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG fol­gen­den Begrün­dungs­an­for­de­run­gen auch dann, wenn der Beschwer­de­füh­rer das ver­letz­te Grund­recht nicht bezeich­net.

Ver­fas­sungs­be­schwer­de – und ihre Begrün­dung

Die Begrün­dungs­an­for­de­run­gen set­zen ledig­lich vor­aus, dass der die Rechts­ver­let­zung ent­hal­ten­de Vor­gang sub­stan­ti­iert und schlüs­sig vor­ge­tra­gen wer­den muss. Dabei ist nicht erfor­der­lich, dass der Beschwer­de­füh­rer alle in Betracht kom­men­den Grund­rech­te1 oder den als ver­letzt gerüg­ten Grund­rechts­ar­ti­kel2 aus­drück­lich benennt; sei­nem Vor­trag muss sich jedoch ent­neh­men las­sen, inwie­fern er sich durch den ange­grif­fe­nen Hoheits­akt in sei­nen Rech­ten ver­letzt sieht3.

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Der Beschwer­de­füh­rer hat den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt und einen mög­li­chen Ver­stoß gegen Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG der Sache nach dar­ge­legt und somit den Begrün­dungs­an­for­de­run­gen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG genügt. Er hat gerügt, dass das Ober­lan­des­ge­richt die Umstän­de des Ein­zel­falls bei der Prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen der Aus­lie­fe­rungs­haft nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt und dar­aus, dass der Beschwer­de­füh­rer sich gegen sei­ne Aus­lie­fe­rung zur Wehr set­ze, in unzu­läs­si­ger Wei­se das Vor­lie­gen von Flucht­ge­fahr gefol­gert hat.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 14. Dezem­ber 2017 – 2 BvR 2655/​17

  1. vgl. BVerfGE 47, 182, 187; 59, 98, 101; 115, 166, 180 []
  2. vgl. BVerfGE 47, 182, 187; 84, 366, 369; BVerfG, Beschluss vom 13.11.2017 – 2 BvR 1381/​17 21 f. []
  3. vgl. BVerfGE 23, 242, 250; 79, 203, 209; 99, 84, 87; 108, 370, 386; 115, 166, 180 []