Ver­fas­sungs­be­schwer­den im Über­maß

Ein die Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr nach § 34 Abs. 2 BVerfGG recht­fer­ti­gen­der Miss­brauch liegt vor, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt durch für jeder­mann erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert wird, wodurch ande­ren Recht­su­chen­den der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann [1].

Ver­fas­sungs­be­schwer­den im Über­maß

Um eine miss­bräuch­li­che Ein­le­gung einer Ver­fas­sungs­be­schwer­de han­delt es sich unter ande­rem dann, wenn sie offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss [2].

Das war bei der hier ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de der Fall: Nach­dem bereits zahl­rei­che Ver­fas­sungs­be­schwer­den des Beschwer­de­füh­rers zum jeweils sel­ben Aus­gangs­sach­ver­halt nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men wur­den, nimmt der Beschwer­de­füh­rer jedes wei­te­re gericht­li­che Tätig­wer­den – hier etwa in Form von frist­ge­wäh­ren­den und ‑ver­län­gern­den Ver­fü­gun­gen – zum Anlass, wei­te­re erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den ein­zu­rei­chen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 2. April 2020 – 1 BvR 447/​20

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 25.05.2010 – 1 BvR 690/​10, 1 BvR 901/​10, Rn. 5; Beschluss vom 20.07.2016 – 1 BvR 1979/​14, Rn. 4; Beschluss vom 29.03.2017 – 1 BvR 373/​17, Rn. 5[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 09.06.2004 – 1 BvR 915/​04, Rn. 3; Beschluss vom 20.07.2016 – 1 BvR 1979/​14, Rn. 4[]