Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Missbrauchsgebühr

Die Auf­er­le­gung der Miss­brauchs­ge­bühr beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG. Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss.

Ver­fas­sungs­be­schwer­den – und die Missbrauchsgebühr

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, durch erkenn­bar sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben gehin­dert zu wer­den, mit der Fol­ge, dass ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann1.

Ein Miss­brauch liegt unter ande­rem dann vor, wenn trotz meh­re­rer Nicht­an­nah­me- oder Ableh­nungs­ent­schei­dun­gen in ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len wei­ter­hin völ­lig sub­stanz­lo­se Ver­fas­sungs­be­schwer­den ohne wesent­li­che neue Gesichts­punk­te anhän­gig gemacht wer­den2.

So auch im vor­lie­gen­den Fall, in dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Miss­brauchs­ge­bühr von 1.500 € ver­häng­te: Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de des Beschwer­de­füh­rers, der das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt mit völ­lig aus­sichts­lo­sen Ein­ga­ben befasst hat, ist offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Der Beschwer­de­füh­rer beschränkt sich vor­lie­gend – wie auch in den vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren – auf die blo­ße Vor­la­ge zahl­rei­cher Schrift­stü­cke, wobei die­se in der Mehr­zahl kei­nen Bezug zum kon­kre­ten Ver­fah­ren aufweisen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. Janu­ar 2021 – 2 BvR 2115/​20

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 19.12.2018 – 2 BvR 2459/​18, Rn. 5; Beschluss vom 24.05.2019 – 2 BvR 2710/​18, Rn. 4; Beschluss vom 07.05.2020 – 1 BvR 275/​20, Rn. 8; stRspr[]
  2. vgl. BVerfGK 6, 219 <219> 10, 94 <97> BVerfG, Beschluss vom 04.06.2019 – 1 BvR 1011/​19, Rn. 5; Beschluss vom 05.10.2020 – 2 BvR 1490/​20, Rn. 4; stRspr[]