Ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Eil­rechts­schutz – und der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät

Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le, zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Gewalt oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist.

Ver­fas­sungs­ge­richt­li­cher Eil­rechts­schutz – und der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät

Zwar ist nicht erfor­der­lich, dass zum Zeit­punkt der Antrag­stel­lung im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes bereits ein Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren in der Haupt­sa­che anhän­gig ist 1. Jedoch gel­ten auch im vor­ge­la­ger­ten ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz­ver­fah­ren der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de (vgl. § 90 Abs. 2 BVerfGG) und die dies­be­züg­li­chen Dar­le­gungs­an­for­de­run­gen.

Der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kommt nur in Betracht, wenn der Antrag­stel­ler dar­legt, bestehen­de Mög­lich­kei­ten, fach­ge­richt­li­chen Eil­rechts­schutz zu erlan­gen, aus­ge­schöpft zu haben 2.

Denn das Ver­fah­ren nach § 32 Abs. 1 BVerfGG ist nicht dar­auf ange­legt, das fach­ge­richt­li­che Ver­fah­ren vor­weg­zu­neh­men 3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 19. Mai 2016 – 2 BvQ 24/​16

  1. vgl. BVerfGE 105, 235, 238; 113, 113, 119 f.; stRspr[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 30.03.2009 – 2 BvQ 18/​09, juris; Beschluss vom 13.02.2013 – 1 BvQ 2/​13, juris; Beschluss – 2 BvQ 42/​13, juris; Beschluss vom 24.03.2014 – 1 BvQ 9/​14, NJW 2014, S. 2420[]
  3. vgl. BVerfG, Ent­schei­dung vom 24.03.2014 – 1 BvQ 9/​14, NJW 2014, S. 2420[]