Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Abga­be für den Deut­schen Wein­fonds

Die Abga­ben für den Deut­schen Wein­fonds und für die gebiet­li­che Absatz­för­de­rung sind mit den Grund­rech­ten und mit euro­päi­schem Recht ver­ein­bar.

Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Abga­be für den Deut­schen Wein­fonds

In meh­re­ren Par­al­lel­ver­fah­ren hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig die Revi­sio­nen von rhein­land-pfäl­zi­schen Win­zern und Kel­le­rei­en zurück­ge­wie­sen, mit denen sie sich gegen ihre Her­an­zie­hung zu Abga­ben für den Deut­schen Wein­fonds und für die gebiet­li­che Absatz­för­de­rung für Wein wand­ten.

Die Klä­ger – drei Win­zer und vier Kel­le­rei­en – hal­ten die Abga­ben für ver­fas­sungs­wid­rig und beru­fen sich auf zwei Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aus dem Jah­re 2009, mit denen das Gericht die der Cen­tra­len Mar­ke­ting­ge­sell­schaft der deut­schen Agrar­wirt­schaft (CMA) und dem Absatz­för­de­rungs­fonds der deut­schen Forst- und Holz­wirt­schaft zuflie­ßen­den Abga­ben für unzu­läs­sig und die zugrun­de lie­gen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen für nich­tig erklärt hat.

Der Deut­sche Wein­fonds, eine 1961 errich­te­te Anstalt des öffent­li­chen Rechts, ist auf der Grund­la­ge des Wein­ge­set­zes ins­be­son­de­re mit der Auf­ga­be der Absatz­för­de­rung des deut­schen Weins im In- und Aus­land betraut. Er wird finan­ziert aus der strit­ti­gen Abga­be, deren Auf­kom­men jähr­lich rund 11 Mil­lio­nen Euro beträgt. Die Abga­be wird erho­ben von Eigen­tü­mern oder Nut­zungs­be­rech­tig­ten von Wein­berg­flä­chen und von Kel­le­rei­en, die von ihnen oder auf ihre Rech­nung abge­füll­ten Wein oder Wein­er­zeug­nis­se erst­mals an ande­re abge­ben. Zusätz­lich haben die Win­zer in Rhein­land-Pfalz eine Abga­be für die gebiet­li­che Absatz­för­de­rung zu zah­len.

Die Kla­gen blie­ben, wie in den Vor­in­stan­zen, auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren ohne Erfolg. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat auf der Grund­la­ge der tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts ent­schie­den, dass die Abga­ben den in der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Anfor­de­run­gen an die Zuläs­sig­keit von Son­der­ab­ga­ben mit Finan­zie­rungs­funk­ti­on erfül­len:

Die Abga­be­pflich­ti­gen bil­den eine homo­ge­ne Grup­pe, die den Auf­ga­ben des Wein­fonds hin­rei­chend nahe steht. Der Gesetz­ge­ber hat ihnen zu Recht eine beson­de­re Finan­zie­rungs­ver­ant­wor­tung zuge­wie­sen, weil die deut­sche Wein­wirt­schaft erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen und spe­zi­fi­schen Nach­tei­len im trans­na­tio­na­len Wett­be­werb aus­ge­setzt ist, die von den abga­be­pflich­ti­gen Betrie­ben nicht mit zumin­dest glei­cher Erfolgs­aus­sicht wie durch ein abga­ben­fi­nan­zier­tes staat­li­ches Gemein­schafts­mar­ke­ting kom­pen­siert wer­den kön­nen. Die Abga­ben sind auch mit den Grund­rech­ten und mit euro­päi­schem Recht ver­ein­bar.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 24. Novem­ber 2011 – 3 C 32.10, 3 C 3.11 bis 3 C 6.11, 3 C 10.11, 3 C 11.11