Ver­jäh­rung in der Staats­haf­tung

Ist vor Beginn des Laufs der Ver­jäh­rungs­frist ein Antrag auf Scha­dens­er­satz nach § 4 Abs. 3 StHG gestellt, über den nach Grund und Höhe in einem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach § 5 Abs. 3 StHG zu befin­den ist, tritt die mit der Antrag­stel­lung ver­bun­de­ne Unter­bre­chungs­wir­kung mit dem Beginn des Laufs der Ver­jäh­rungs­frist ein 1.

Ver­jäh­rung in der Staats­haf­tung

Im Anwen­dungs­be­reich des Staats­haf­tungs­ge­set­zes will die in § 5 Abs. 2 vor­ge­se­he­ne Pflicht zur Wei­ter­lei­tung eines Scha­dens­er­satz­an­trags an die zustän­di­ge Stel­le sicher­stel­len, dass einem Geschä­dig­ten die mit der recht­zei­ti­gen Stel­lung des Antrags ver­bun­de­nen ver­jäh­rungs­recht­li­chen Wir­kun­gen zugu­te kom­men.

Ver­zich­tet ein vom Resti­tu­ti­ons­an­trag­stel­ler beauf­trag­ter Rechts­an­walt dar­auf, sich vom Amt zur Rege­lung offe­ner Ver­mö­gens­fra­gen eine Ein­gangs­be­stä­ti­gung für die Anmel­dung von Rück­ga­be­an­sprü­chen ertei­len zu las­sen, ergibt sich hier­aus kei­ne ander­wei­ti­ge Ersatz­mög­lich­keit für Scha­dens­er­satz­an­sprü­che, die auf einer man­gel­haf­ten Regis­trie­rung des tat­säch­lich ein­ge­gan­ge­nen Antrags beru­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Novem­ber 2010 – III ZR 275/​09

  1. im Anschluss an BGHZ 52, 47[]
  2. st. Rspr.; vgl. u.a. BGH, Beschluss vom 22.10.2008 – 1 StR 503/​08, NStZ-RR 2009, 43[]