Ver­samm­lungs­ver­bot rund um einen Trup­pen­übungs­platz

Eine All­ge­mein­ver­fü­gung, mit der über einen fest begrenz­ten Zeit­raum Ver­samm­lun­gen ver­bo­ten wer­den, ver­letzt den Anmel­der einer in die­sem Zeit­raum geplan­ten Ver­samm­lung nicht in sei­nen Rech­ten, wenn davon aus­zu­ge­hen ist, dass eine unmit­tel­ba­re Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit vor­liegt und es im Rah­men der geplan­ten Aktio­nen zu umfang­rei­chen Pro­test- und Blo­cka­de­ak­tio­nen kom­men wird. Eine sol­che All­ge­mein­ver­fü­gung stellt nur ein zeit­lich beschränk­tes und auf einen bestimm­ten Anlass bezo­ge­nes gene­rel­les Ver­bot dar.

Ver­samm­lungs­ver­bot rund um einen Trup­pen­übungs­platz

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg den Antrag auf Aus­set­zung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung gegen die All­ge­mein­ver­fü­gung des Alt­mark­krei­ses Salz­we­del abge­lehnt. Vor dem Hin­ter­grund eines „Inter­na­tio­na­len Anti­mi­li­ta­ris­mus-Camps” gegen das Gefechts­übungs­zen­trum der Bun­des­wehr in der Alt­mark vom 10.09. bis 17.09.2012 hat der Alt­mark­kreis Salz­we­del mit einer All­ge­mein­ver­fü­gung vom 06.09.2012 Ver­samm­lun­gen unter frei­em Him­mel im Zeit­raum vom 10.09. bis 17.09.2012 im Umkreis des Trup­pen­übungs­plat­zes Alt­mark ver­bo­ten. Der Anmel­der einer für den 15.09.2012 vor der Zen­tra­le des Gefechts­zen­trums Heer (Letzlingen/​Altmark) geplan­ten Ver­samm­lung hat dage­gen einen gericht­li­chen Antrag auf Aus­set­zung der sofor­ti­gen Voll­zie­hung gestellt.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Mag­de­burg ver­let­ze die All­ge­mein­ver­fü­gung den Antrag­stel­ler nicht in sei­nen Rech­ten. Die All­ge­mein­ver­fü­gung stel­le nur ein zeit­lich beschränk­tes und auf einen bestimm­ten Anlass bezo­ge­nes gene­rel­les Ver­bot dar. Der Land­kreis habe zu Recht das Vor­lie­gen einer unmit­tel­ba­ren Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit ange­nom­men. Es sei davon aus­zu­ge­hen, dass es im Rah­men der geplan­ten Aktio­nen zu umfang­rei­chen Pro­test- und Blo­cka­de­ak­tio­nen kom­men wer­de, wie sich aus viel­fa­chen Auf­ru­fen im Inter­net erge­be. Die Pro­gno­se, dass es zu der­ar­ti­gen Aktio­nen auch tat­säch­lich kom­men wer­de, erschei­ne – auch im Hin­blick auf nega­ti­ve Erfah­run­gen in der Ver­gan­gen­heit – gerecht­fer­tigt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2012 – 1 B 277/​12 MD