Ver­wal­tungs­akt – und sein Inhalts­adres­sat

Ein Ver­wal­tungs­akt muss, um dem Bestimmt­heits­er­for­der­nis in per­sön­li­cher Hin­sicht zu genü­gen, erken­nen las­sen, an wen die dar­in getrof­fe­ne Rege­lung gerich­tet ist, wer sie – mit ande­ren Wor­ten – zu beach­ten hat und dar­an gebun­den ist (Inhalts­adres­sat).

Ver­wal­tungs­akt – und sein Inhalts­adres­sat

Das ergibt sich in den meis­ten Fäl­len aus dem im Ver­wal­tungs­akt ange­ge­be­nen Adres­sa­ten.

Ist die­se Anga­be unge­nau, kann dem Bestimmt­heits­er­for­der­nis gleich­wohl ent­spro­chen sein, wenn die Per­son des Adres­sa­ten durch Aus­le­gung zu ermit­teln ist 1.

Dabei kommt es nicht dar­auf an, wie ein außen­ste­hen­der Drit­ter, son­dern allein wie der Betrof­fe­ne selbst nach den ihm bekann­ten Umstän­den den Ver­wal­tungs­akt unter Berück­sich­ti­gung von Treu und Glau­ben ver­ste­hen muss­te 2.

Bei der Ermitt­lung die­ses objek­ti­ven Erklä­rungs­wer­tes ist auch die Begrün­dung des Ver­wal­tungs­akts her­an­zu­zie­hen 3.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 21. April 2016 – 1 S 665/​14

  1. vgl. OVG Schl.-Holst., Urteil vom 17.11.2011 – 1 LB 13/​11, Nor­dÖR 2012, 348; Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 15. Aufl.2014, § 37 Rn. 9 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 25.02.1994 – 8 C 2.92, Buch­holz 401.84 Benut­zungs­ge­büh­ren Nr. 68 und v. 27.06.2012 – 9 C 7.11, BVerw­GE 143, 222[]
  3. vgl. BVerwG, Urteil vom 16.10.2013 – 8 C 21.12, BVerw­GE 148, 146 m.w.N.[]