Visums­ver­wei­ge­rung wegen West­kon­tak­ten – als berufs­be­zo­ge­ne Benach­tei­li­gung

Sys­tem­im­ma­nen­te Ein­bu­ßen an Frei­heit und Eigen­tum, die jeden Rechts­un­ter­wor­fe­nen der DDR mehr oder weni­ger gleich tra­fen, sind grund­sätz­lich nicht reha­bi­li­tie­rungs­fä­hig.

Visums­ver­wei­ge­rung wegen West­kon­tak­ten – als berufs­be­zo­ge­ne Benach­tei­li­gung

Zu sol­chen Nach­tei­len gehö­ren auch jene Nach­tei­le, die DDR-Bür­gern aus den all­ge­mein­kun­di­gen Beschrän­kun­gen der Rei­se­frei­heit und der fak­ti­schen Unmög­lich­keit zur Aus­rei­se aus der DDR erwuch­sen 1.

West­kon­tak­te führ­ten bekann­ter­ma­ßen teils schon für sich, beson­ders aber dann zu nach­tei­li­gen Kon­se­quen­zen, wenn Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge Aus­rei­se­an­trä­ge gestellt hat­ten oder gar in die Bun­des­re­pu­blik aus­ge­reist waren.

Aus­rei­se­re­strik­tio­nen kön­nen in sol­chen Fäl­len nicht gene­rell als aus­gren­zen­de indi­vi­du­el­le Ver­fol­gung im Sin­ne von § 1 Abs. 1 Nr. 3 Ber­Re­haG i.V.m. § 1 Abs. 2 VwRe­haG gese­hen wer­den. Ob sich mit ihnen im Ein­zel­fall eine indi­vi­du­el­le Benach­tei­li­gungs­ab­sicht ver­band, ent­zieht sich einer grund­sätz­li­chen Klä­rung.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 30. Janu­ar 2017 – 3 PKH 4.16

  1. BVerwG, Beschluss vom 05.12 2013 – 3 PKH 8.13ZOV 2014, 50[]