Volks­ent­scheid-Wer­bung an den Stre­cken des Ber­lin-Mara­thons

Das Ber­li­ner Stra­ßen­ge­setz lässt die Beschrän­kung einer stra­ßen­recht­li­chen Son­der­nut­zungs­er­laub­nis zum Schutz von Orten von städ­te­bau­lich, denk­mal­pfle­ge­risch, kul­tu­rell oder his­to­risch her­aus­ra­gen­der über­re­gio­na­ler Bedeu­tung zu. Ein pau­scha­les Ver­bot für Volks­ent­scheid-Wer­bung an den Stre­cken des Ber­lin-Mara­thons lässt sich mit die­ser Vor­schrift dage­gen nicht recht­fer­ti­gen.

Volks­ent­scheid-Wer­bung an den Stre­cken des Ber­lin-Mara­thons

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall, in dem der Ber­li­ner Ener­gie­tisch gegen eine stra­ßen­recht­li­che Erlaub­nis für Wer­bung an der Weg­stre­cke des Ber­lin-Mara­thons erst ab dem 30. Sep­tem­ber 2013 gekämpft hat. Der Antrag­stel­ler, Initia­tor des für den 3. Novem­ber 2013 ange­setz­ten Volks­ent­scheids über die Rekom­mu­na­li­sie­rung der Ber­li­ner Ener­gie­ver­sor­gung, ver­fügt über eine stra­ßen­recht­li­che Erlaub­nis, um seit dem 23. Sep­tem­ber 2013 für sein Anlie­gen zu wer­ben. Für Wer­bung an der Weg­stre­cke des Ber­lin-Mara­thons galt die­se Erlaub­nis des Bezirks­am­tes Char­lot­ten­burg-Wil­mers­dorf aller­dings erst ab dem 30. Sep­tem­ber 2013.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin las­se zwar das Ber­li­ner Stra­ßen­ge­setz die Beschrän­kung einer stra­ßen­recht­li­chen Son­der­nut­zungs­er­laub­nis zum Schutz von Orten von städ­te­bau­lich, denk­mal­pfle­ge­risch, kul­tu­rell oder his­to­risch her­aus­ra­gen­der über­re­gio­na­ler Bedeu­tung zu. Davon habe der Antrags­geg­ner recht­mä­ßig aber nur im Bereich der ein­ge­tra­ge­nen Bau­denk­mä­ler Brix- und Savi­gny­platz Gebrauch gemacht.

Ein pau­scha­les Ver­bot für Volks­ent­scheid-Wer­bung an den Stre­cken des Ber­lin-Mara­thons las­se sich mit die­ser Vor­schrift dage­gen nicht recht­fer­ti­gen. Es sei nicht ersicht­lich, dass alle Stra­ßen des Mara­thons eine der­ar­ti­ge her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung auf­wie­sen, und zwar auch nicht tem­po­rär, weil in die­sem Jahr der 40. Ber­lin-Mara­thon statt­fin­de. In einer Groß­stadt wie Ber­lin sei­en Wer­be­an­la­gen viel­mehr im öffent­li­chen Stra­ßen­bild als Nor­mal­fall prä­sent.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ver­pflich­te­te das Bezirks­amt, die Erlaub­nis bereits jetzt ins­ge­samt zu ertei­len.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschlus vom 27. Sep­tem­ber 2013 – 1 L 276.13