Wahl-O-Mat und die Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz

Ken­nen Sie den Wahl-O-Mat? Seit vie­len Bun­des- und Land­tags­wah­len infor­miert die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung hier­mit auf unter­halt­sa­me und infor­ma­ti­ve Wei­se über die zen­tra­len Wahl­kampf­aus­sa­gen der ein­zel­nen Par­tei­en, so auch aktu­ell zu den am kom­men­den Sonn­tag anste­hen­den Land­tags­wah­len in Rhein­land-Pfalz und Baden-Würt­tem­berg.

Wahl-O-Mat und die Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz

Die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung, die ihren Sitz in Bonn hat, hat die Auf­ga­be, durch Maß­nah­men der poli­ti­schen Bil­dung Ver­ständ­nis für poli­ti­sche Sach­ver­hal­te zu för­dern, das demo­kra­ti­sche Bewusst­sein zu fes­ti­gen und die Bereit­schaft zur poli­ti­schen Mit­ar­beit zu stär­ken. Der „Wahl-O-Mat“ ist ein von der Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung seit etli­chen Jah­ren vor Wah­len im Inter­net ange­bo­te­nes Fra­ge- und Ant­wort-Tool, das inter­ak­tiv genutzt wer­den kann und zei­gen soll, wel­che zu einer Wahl zuge­las­se­ne Par­tei der eige­nen poli­ti­schen Posi­ti­on am nächs­ten steht. Der „Wahl-O-Mat“ soll ins­be­son­de­re bei den jun­gen Wäh­le­rin­nen und Wäh­lern das poli­ti­sche Inter­es­se wecken und ihnen eine Hil­fe­stel­lung bei der Wahl­ent­schei­dung bie­ten.

Eine der in Rhein­land-Pfalz zur Land­tags­wahl antre­ten­den Par­tei­en antre­ten­den klei­ne­ren Par­tei­en, die "deut­sche demo­kra­ti­sche par­tei (ddp) Die Ein­stein Par­tei – Rhein­land-Pfalz" emp­fand die­sen Wahl-O-Mat jedoch als ein­deu­tig par­tei­isch, weil die gro­ßen Par­tei­en bevor­zu­gend und ver­such­te, beim Ver­wal­tungs­ge­richts Köln eine Abschal­tung des Wahl-O-Mat für die Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz zu errei­chen. Die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung in Bonn soll­te ver­pflich­tet wer­den, den „Wahl-O-Mat“ zur Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz am 27.03.2011 sofort von ihrer Inter­net­sei­te zu neh­men.

Der Eil­an­trag der ddp blieb vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln jedoch ohne Erfolg, das Ver­wal­tungs­ge­richt wies den Antrag von Ein­steins selbst­er­nann­ten Erben zurück:

Mit ihrem Eil­an­trag mach­te die ddp unter ande­rem gel­tend, dass die mit dem „Wahl-O-Mat“ bei den Nut­zern abge­frag­ten 38 The­sen zur Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz am 27.03.2011 ein­sei­tig an den Pro­gram­men der gro­ßen Par­tei­en aus­ge­rich­tet sei­en. Dar­um ver­letz­ten sie die ddp in ihrem Recht auf Chan­cen­gleich­heit nach Art. 21 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 3 Abs. 1 GG. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln folg­te die­ser Argu­men­ta­ti­on nicht. Es stell­te fest, dass die Bun­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung im Zusam­men­wir­ken mit der Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung in Rhein­land-Pfalz mit dem "Wahl-O-Mat" ihren ver­fas­sungs­recht­li­chen Infor­ma­ti­ons­auf­trag erfül­le. Eine Ver­let­zung der Chan­cen­gleich­heit sei nicht erkenn­bar. Der mehr­stu­fi­ge Pro­zess der Erar­bei­tung und Aus­wahl der The­sen für den "Wahl-O-Mat" erfol­ge unter Ein­bin­dung aller betrof­fe­nen Par­tei­en – auch der ddp -, sodass die geschütz­ten Rechts­po­si­tio­nen der Par­tei­en gewahrt blie­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Beschluss vom 21. März 2011 – 6 L 372/​11