Wan­der­weg über pri­va­tes Grund­stück

Die Eigen­tü­me­rin eines Grund­stücks ist dazu ver­pflich­tet, einen Wan­der­weg über ihr pri­va­tes Grund­stück der Öffent­lich­keit zugäng­lich zu machen, solan­ge die­ser Weg nicht über einen beson­ders geschütz­ten Hof­raum führt, des­sen Betre­ten nicht gedul­det wer­den muss.

Wan­der­weg über pri­va­tes Grund­stück

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf eine Kla­ge der Eigen­tü­me­rin der Win­kels­müh­le in Mett­mann abge­wie­sen. Die­se begehr­te die Fest­stel­lung, dass sie nicht ver­pflich­tet ist, der Öffent­lich­keit einen Wan­der­weg über das Grund­stück zugäng­lich zu machen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts könn­ten zwar die Vor­aus­set­zun­gen einer Öffent­lich­keit des Weges im stra­ßen­recht­li­chen Sin­ne nach den vor­han­de­nen Unter­la­gen nicht fest­ge­stellt wer­den. Jedoch sei die Klä­ge­rin jeden­falls auf­grund des Land­schafts­ge­set­zes zur Dul­dung des Weges ver­pflich­tet. Der Wan­der­weg füh­re nicht über einen beson­ders geschütz­ten Hof­raum, des­sen Betre­ten nicht gedul­det wer­den müs­se.

Die Dul­dungs­pflicht fol­ge eben­falls aus der kauf­ver­trag­li­chen Über­nah­me ent­spre­chen­der Pflich­ten von den Vor­ei­gen­tü­mern. Die­se hat­ten das Grund­stück vom ehe­ma­li­gen Zweck­ver­band Nean­der­thal-Muse­um und Wild­ge­he­ge mit der Maß­ga­be erwor­ben, dass die vor­han­de­nen Wan­der­we­ge wei­ter­hin der Öffent­lich­keit zugäng­lich blei­ben müss­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. März 2012 – 16 K 4509/​11

  1. s. BGH NJW-RR 2009, 515, 517[]