Was­ser­ge­büh­ren und Was­ser­zäh­ler

Ein gegen­über den Vor­jah­ren erhöh­ter Was­ser­ver­brauch in einem unbe­wohn­ten Haus, der durch einen intak­ten Was­ser­zäh­ler fest­ge­stellt wor­den ist, ist regel­mä­ßig Grund­la­ge für einen Gebüh­ren­be­scheid. Dies soll nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz selbst dann gel­ten, wenn das Haus zwar nicht bewohnt war, die Was­ser­zäh­ler aber einen Ver­brauch anzei­gen.

Was­ser­ge­büh­ren und Was­ser­zäh­ler

Der Klä­ger ist Eigen­tü­mer zwei­er Ein­fa­mi­li­en­häu­ser in Strom­berg. Im Janu­ar 2009 setz­te der Was­ser­zweck­ver­band Troll­müh­le für das Jahr 2008 Was­ser­ge­büh­ren für die Benut­zung sei­ner öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gungs­ein­rich­tung in Höhe von 1.807,14 € bzw. 330,33 € fest. Hier­ge­gen leg­te der Klä­ger frist­ge­recht Wider­spruch ein und bat um Über­prü­fung der bei­den Was­ser­zäh­ler in den Häu­sern. Das Lan­des­amt für Mess- und Eich­we­sen Rhein­land-Pfalz kam zu dem Ergeb­nis, dass bei­de Was­ser­zäh­ler nicht feh­ler­haft waren. Dar­auf­hin wur­den die Wider­sprü­che zurück­ge­wie­sen. Hier­ge­gen erhob der Klä­ger Kla­ge und trug vor, ihm sei­en die gemes­se­nen Ver­brauchs­men­gen nicht erklär­bar, da die Häu­ser im ver­an­schlag­ten Zeit­raum nicht bewohnt gewe­sen sei­en. Zu den Häu­sern habe nur sein Ver­wal­ter Zutritt gehabt.

Die Kla­ge blieb auch vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz ohne Erfolg: Maß­stab für die Gebühr, so die Koblen­zer Ver­wal­tungs­rich­ter, sei ent­spre­chend den Bestim­mun­gen der Sat­zung des Was­ser­zweck­ver­bands der über einen geeich­ten Was­ser­zäh­ler gemes­se­ne Was­ser­ver­brauch. Nur wenn ein Was­ser­zäh­ler nicht rich­tig anzei­ge, sei die Was­ser­men­ge unter Zugrun­de­le­gung des Vor­jah­res­ver­brau­ches und der Anga­ben des Eigen­tü­mers zu schät­zen. Die­se letzt­ge­nann­te Ver­fah­rens­wei­se kom­me vor­lie­gend nicht in Betracht, da die bei­den Was­ser­zäh­ler kei­ne Män­gel gehabt hät­ten. Der Klä­ger habe auch kei­ne Anzei­chen für tech­ni­sche Feh­ler oder Män­gel in der öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gungs­ein­rich­tung auf­ge­zeigt und sich nur dar­auf beru­fen, dass die Häu­ser unbe­wohnt gewe­sen und von einem Ver­wal­ter über­wacht wor­den sei­en. Die­se Ein­wän­de stell­ten die Mess­ergeb­nis­se nicht in Fra­ge, da der erhöh­te Was­ser­ver­brauch auch eine ande­re Ursa­che wie etwa eine undich­te Toi­let­ten­spü­lung haben kön­ne. Von daher ver­blei­be es bei den durch die Was­ser­zäh­ler fest­ge­stell­ten Ver­brauchs­men­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Urteil vom 20. April 2010 – 3 K 883/09.KO