Weg­nah­me einer Kat­ze

Die Weg­nah­me eines Tie­res aus Grün­den des Tier­schut­zes ist abschlie­ßend in der Son­der­vor­schrift des § 16a Satz 2 Nr. 2 TierSchG gere­gelt. Die all­ge­mei­nen Bestim­mun­gen des Nds. SOG über die unmit­tel­ba­re Aus­füh­rung in § 64 Abs. 2 Nds. SOG fin­den dane­ben kei­ne Anwen­dung 1.

Weg­nah­me einer Kat­ze

Das nach § 16a Satz 2 Nr. 2 TierSchG vor­ge­se­he­ne Gut­ach­ten des Amts­tier­arz­tes ist vor der Weg­nah­me eines Tie­res aus­nahms­los erfor­der­lich.

Zur Anwen­dung kommt viel­mehr die Rege­lung des § 16a Satz 2 Nr. 2 TierSchG. Danach ist ein Tier, das nach dem Gut­ach­ten eines beam­te­ten Tier­arz­tes man­gels der Erfül­lung der Anfor­de­run­gen des § 2 TierSchG erheb­lich ver­nach­läs­sigt ist oder eine schwer­wie­gen­de Ver­hal­tens­stö­rung auf­zeigt, dem Hal­ter fort­zu­neh­men und solan­ge auf des­sen Kos­ten pfleg­lich unter­zu­brin­gen, bis eine den Anfor­de­run­gen des § 2 TierSchG ent­spre­chen­de Hal­tung des Tie­res durch den Hal­ter sicher­ge­stellt ist.

Die­se Vor­schrift stellt eine Son­der­be­stim­mung über die unmit­tel­ba­re Aus­füh­rung dar, die die all­ge­mei­nen ord­nungs- und ver­wal­tungs­voll­stre­ckungs­recht­li­chen Rege­lun­gen ver­drängt, soweit ein Tier aus tier­schutz­recht­li­chen Grün­den fort­ge­nom­men wird 2. Die gegen­tei­li­ge Rechts­auf­fas­sung lässt außer Acht, dass beson­de­re ord­nungs- bzw. voll­stre­ckungs­recht­li­che Vor­schrif­ten für bestimm­te Rechts­be­rei­che stets die all­ge­mei­nen Bestim­mun­gen des Nds. SOG ver­drän­gen. Der Gel­tung des TierSchG ergibt sich hier auch aus dem Vor­rang des Bun­des­rech­tes vor dem Lan­des­recht (Art. 31 GG).

Ver­wal­tungs­ge­richt Olden­burg, Urteil vom 21. Juni 2010 – 11 A 1875/​09

  1. im Anschluss an BVerwG NVwZ 2009, 120[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 07.08.2008 – 7 C 7.08, NVwZ 2009, 120, 121; VGH B‑W., Beschluss vom 17.03.2005 – 1 S 381/​05; OVG Bran­den­burg, Beschluss vom 25.05.1998 – 4 E 24/​98, NVwZ-RR 1999, 117, 118[]