Wenn die Arbeit bis nach Mit­ter­nacht dau­ert

An Sonn- und Fei­er­ta­gen müs­sen Ver­kaufstel­len nach dem Ber­li­ner Ladenffnungs­ge­setz geschlos­sen sein. Die­ser Schutz der Arbeits­ru­he gilt ab 0:00 Uhr. Daher haben die Kun­de­be­die­nung und not­wen­di­ge Tages­ab­schluss­ar­bei­ten vor Sonn- und Fei­er­ta­gen bis 24:00 Uhr erle­digt zu sein.

Wenn die Arbeit bis nach Mit­ter­nacht dau­ert

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in dem hier vor­lie­gen­den Fall einer Super­markt­ket­te ent­schie­den, die sich gegen eine Anord­nung des Ber­li­ner Lan­des­am­tes für Arbeits­schutz zur Schlie­ßung bis 24:00 Uhr gewehrt hat. Nach­dem die Super­markt­ket­te vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt kei­nen Erfolg hat­te, hat sie ihr Ziel vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter ver­folgt.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg aus­ge­führt, dass nach dem Ber­li­ner Laden­öff­nungs­ge­setz Ver­kaufs­stel­len an Werk­ta­gen zwar grund­sätz­lich bis 24.00 Uhr geöff­net haben dürf­ten; an Sonn- und Fei­er­ta­gen müs­se nach dem­sel­ben Gesetz aller­dings geschlos­sen sein. Dem ent­spre­che es, dass nach dem Arbeits­zeit­ge­setz Arbeit­neh­mer an Sonn- und Fei­er­ta­gen nicht beschäf­tigt wer­den dürf­ten. Die­ser Schutz gel­te ab 0.00 Uhr.

Aus­nah­men sei­en nur in gesetz­lich genau gere­gel­ten Fäl­len zuläs­sig, von denen hier kei­ner ein­schlä­gig sei. Der Sonn- und Fei­er­tags­schutz sei nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ernst zu neh­men. Er die­ne unter ande­rem der per­sön­li­chen Ruhe, Besin­nung und Erho­lung sowie der Rege­ne­ra­ti­on der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer, nicht zuletzt auch dem Schutz des sozia­len Lebens und der Fami­lie. Die­ser Schutz der Arbeits­ru­he sei ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­kert. Aus­nah­men bedürf­ten eines beson­de­ren Sach­grun­des und dürf­ten nicht dazu füh­ren, dass die Sonn- und Fei­er­ta­ge gleich­sam mit den Werk­ta­gen gleich­ge­stellt wür­den. Das sei aber der Fall, wenn regel­mä­ßig Abschluss­ar­bei­ten nach 24.00 Uhr des Werk­ta­ges und in der ers­ten hal­ben Stun­de des fol­gen­den Sonn­ta­ges bzw. Fei­er­ta­ges vor­ge­nom­men wür­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 3. April 2014 – OVG 1 B 1.12